Mittwoch, 26. April 2017

[Rezension] Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden-Emily Barr

 
Inhalt:
Da Flora an einer Amnesie leidet muss sie sich jeden Tag selbst daran erinnern, was sie erlebt hat und wer sie ist. Seit ihrem 10. Lebensjahr kann sie keine Erinnerungen länger als ein paar Stunden speichern, was es ihr schwermacht ein normales Leben zu führen. Doch eines Tages bleibt ihr eine Erinnerung, die ihr Leben verändern wird: Sie weiß auch noch nach Tagen, dass sie nachts einen Jungen am Strand geküsst hat und dieser Junge nach Svalbard umgezogen ist. Kurzerhand nutzt sie die Gelegenheit der einzigen bleibenden Erinnerung und fährt diesem Jungen hinterher, bis an den Nordpol. Eine Reise zu sich selbst beginnt.
 
Meine Meinung:
Die Geschichte verspricht schon vom Klappentext eine interessante Protagonistin und eine außergewöhnliche Geschichte. Leider hat mich die Umsetzung enttäuscht.
Der Schreibstil ist relativ fade, da die Satzkonstruktionen immer gleich sind und der Wortschatz sich in Grenzen hält. Ich habe das Gefühl, ich lese immer wieder dasselbe.
Die Geschichte zieht sich etwas, was auch an den vielen Wiederholungen liegt, wenn sich Flora wieder etwas ins Gedächtnis rufen muss, das sie vergessen hat. Immer wieder werden dieselben Erinnerungen an ihr Leben als sie klein war oder an den Kuss mit dem Jungen hervorgebracht. Dies dient dazu, dass Flora sich überhaupt orientieren kann, da der Leser selbst es aber nicht vergessen und grade erst gelesen hat, können diese Wiederholungen anstrengend werden. Erst gegen Mitte nimmt die Handlung Fahrt auf und erst am Ende konnte mich die Geschichte wenigstens etwas überzeugen. Natürlich ist Floras Schicksal traurig und dass sie so gut klarkommt, macht Mut, aber alles was passiert, passt für mich nicht richtig zusammen. Es ergibt sich für mich kein rundes Bild, sodass ich auch nicht richtig mit der Protagonistin mitfühlen kann.
Hinzu kommt, dass sämtliche Nebencharaktere, bis auf ihren Bruder und einige wenige, die auf Floras Reise eine kurze Rolle spielen, schlichtweg unsympathisch sind. Wie sie mit Flora umgehen ist manchmal wirklich schockierend, vor allem bei ihren Eltern kann ich nur den Kopf schütteln. Nur ihr Bruder Jacob wirkt sehr liebevoll und freundlich, ist meiner Meinung nach aber zu kurz gekommen.
Flora selbst definiert sich überwiegend über ihren Gedächtnisverlust, von der Autorin so geschrieben, wie auch als Charakter selbst, ist das ihr herausstechendes Merkmal, auf das sich alle inklusive ihr selbst stützen. Aber auch ihr Mut und dass sie trotz allem versucht ihr Leben so gut es geht zu bewältigen nötigt mir Respekt ab.
 
Fazit:
Für mich leider eher ein Flop, ich habe mich streckenweise gelangweilt, streckenweise war ich genervt und die wenigen Lichtblicke konnten mich nicht vollends überzeugen.
 
 
 

Samstag, 22. April 2017

[Hörbuch-Rezension] Siren-Kiera Cass

Inhalt:
Als Kahlen bei einem Schiffsunglück als Einzige überlebt, während ihre Familie ertrinkt, schwört sie der See ihre Treue. Sie muss ihr 100 Jahre als Sirene dienen, ist dabei unsterblich und altert nicht. Der Preis für ihr Leben ist jedoch grausam: Sie muss singen, wenn die See es von ihr verlangt und schweigen, wenn sie unter Menschen ist, denn jeder Mensch, der ihre Stimme hört muss sterben. Sie lebt überwiegend stumm, doch eines Tages begegnet sie einem Jungen, der sie auch ohne Worte versteht und ihr Leben auf den Kopf stellt. Akinli scheint ihr Seelenverwandter zu sein und doch dürfen sie nicht zusammen sein.
 
Meine Meinung:
Ich habe die Selection- Reihe der Autorin verschlungen und wollte es nun mit Siren als Hörbuch probieren.
An die Sprecherin Inga Reuters musste ich mich anfangs erst gewöhnen, da ich ihre verstellten Stimmen bei den Nebencharakteren, wie Kahlens Sirenen-Schwestern etwas affektiert finde. Die Protagonistin wird aber jugendlich und angenehm von ihr gesprochen, sodass das kein Problem ist.
Das Thema des Jugendbuchs ist interessant, denn in dieser Form ist es eine neue Idee, die ich sonst noch nicht gelesen habe. In diesem Genre ist Kahlens Geschichte etwas Neues. Hierbei hat mir vor allem die See gefallen, die personifiziert dargestellt wurde. Sie hat Gefühle, Gedanken und redet zu den Mädchen. Sie kann sie trösten  und bestrafen und im Hörbuch wird das durch eine tiefere Stimme dargestellt. Inga Reuters spricht es ruhig, aber auch mit bedrohlichen Nuancen, sodass der Zwiespalt der See, einerseits Mutter der Sirenen, andererseits ihre Herrscherin klar hervortritt.
Die Handlung wird zwischendurch immer wieder etwas dünn, da nichts Wirkliches passiert, aber zumindest gab es bei mir bei dem Hörbuch keine Flaute dadurch, wer weiß, vielleicht hätte es beim gedruckten Buch anders ausgesehen. Durch die Kürze des Buches ist es für mich schwer nachzuvollziehen gewesen, warum zwischen Kahlen und Akinli starke Gefühle entstehen konnten, wo sie doch so wenig Zeit miteinander verbringen.
Meiner Meinung nach hätte die Liebesgeschichte mehr ausgebaut sein können, so ließ mich dieser Aspekt als Hörerin eher unbefriedigt zurück.
 
Fazit:
Als Hörbuch ganz nett, tolle Idee aber leider fehlt das gewisse Etwas um das Potenzial voll ausschöpfen zu können.

Dienstag, 11. April 2017

[Hörbuch-Rezension] Drei Meter unter Null von Marina Heib

 
Inhalt:
Ein Leben lang hat sie sich zurückgehalten und versucht ein normales Leben vorzutäuschen, doch eines Tages wird sie zur Mörderin. Sie ist eine Wölfin, die andere Wölfe umbringt und nicht mal Mitleid empfindet. Sie wird erst aufhören, wenn alle tot sind, die ihr den Versuch auf ein Leben genommen haben. Sie beobachtet und plant, verkleidet und nähert sich ihren Opfern nur mit einem Ziel: Um zu töten.

Meine Meinung:
Anna Thalbach spricht hier die sehr spannende Rolle der Protagonistin, aus deren Sicht die Ereignisse geschildert werden. Diese Stimme passt wie die Faust aufs Auge, denn Thalbach kann die Atmosphäre des Buches perfekt durch ihre Betonungen aufbauen. Sie ist mal schneller, mal langsamer, mal flüstert sie, um dann wieder entsetzt zu rufen. Dadurch wird der Thriller zu einem Hörgenuss, den man nebenbei aber auch gerne mit voller Aufmerksamkeit hören kann.
Die Protagonistin selbst gibt Grund für Vermutungen während des Lesens, denn es gibt viele Rückblenden, die ihre Kindheit beleuchten. Es gibt gute und schlechte Ereignisse, aber man fragt sich, was genau geschehen ist, dass in ihr die Lust zu Töten geweckt hat. Auch an diesen Rückblenden merkt man, dass die Protagonistin schon immer leicht eigenartig und auch eigenwillig war, wobei sich die Erinnerungen aus der Kindheit und die "mörderische Gegenwart" ausgewogen abwechseln. Die Spannung wird dadurch aufrecht erhalten. Die Ich-Perspektive tut ihr Übriges um die Gefühlswelt der Protagonistin auszudrücken und der Hörer erlebt hautnah mit, wie sie zur Mörderin wird.
Als Buch hätte ich wohl an manchen Stellen eine Leseflaute gehabt, aber als ungekürztes Hörbuch hat sich keine Langeweile eingestellt.
 
Fazit:
Hier wurde die perfekte Sprecherin ausgesucht, sodass die Umsetzung packend gelungen ist.

Freitag, 7. April 2017

[Rezension] Das Labyrinth der Lichter-Carlos Ruiz Zafrón


Inhalt:
Der letzte Band rund um die Reihe zum ,,Friedhof der vergessenen Bücher".
Ein Auftrag der Polizei veranlasst Alicia Gris in ihre Heimatstadt Barcelona zurückzukehren, um das Verschwinden eines angesehenen Ministers, Mauricio Valls, aufzuklären. Dabei stößt sie auf seine dunkle Vergangenheit als Direkt im Montjuïc Gefängnis. Viele Menschen haben als Motiv die Rache dieser Tage. Zwischen zwielichtigen Gestalten, tragischen Schicksalen und grausamen Morden findet Alicia mehr und mehr heraus, mit was sie es zu tun und führt dabei die Geschichten vieler Familien und Personen zusammen, die miteinander in Zusammenhang stehen.

Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch von Zafón und ich steige damit am Ende einer Reihe ein, zu der, laut Autor, von jedem Band Zugang gefunden werden kann. Das kann ich bestätigen, denn auch wenn ich anfangs nicht gewusst habe, wohin mich die Reise führt, konnte ich mich unabhängig von den anderen Bänden in der Geschichte zurechtfinden. Auch ohne die Charaktere aus den anderen Teilen zu kennen, wird schon früh ersichtlich, auf welchem Wege sich diese kreuzen werden.
Manche Charaktere sind einem sofort sympathisch, wie der etwas kindliche Daniel Sempere, manche Schurken sind dem Leser von Anfang an unsympathisch und manche Charaktere müssen sich im Verlauf der Geschichte erst noch beweisen, Am meisten gefallen hat mir die Persönlichkeit Fermíns, der mit seinem Wortwitz und seinen teils ironischen, teils verrückten Aussagen so viel Schwung in die Geschichte bringt, das man immer dann, wenn er auftaucht, gleich viel eher weiterlesen möchte. Er lockert die düstere Atmosphäre des Nachkriegs-Barcelonas auf und konnte mir sogar an den traurigsten Stellen ein Grinsen entlocken, wenn er mal wieder seine Kommentare abließ.
Der Schreibstil von Zafón ist erlesen, einmalig wortgewandt und so gewaltig, dass ich mir am liebsten hunderte Zitate herausgeschrieben hätte, um diese nie zu vergessen. Trotz dieser herausragenden Art zu schreiben, habe ich zwischendurch etwas kämpfen müssen um dran zu bleiben, da vor allem Alicias Ermittlungen in ihrem Fall etwas langatmig wurden. Da hätte man sich gut und gerne kürzer fassen können.
Am Schluss bleibt zu sagen, dass es erstaunlich ist, wie umfangreich diese Geschichte ist und wie viele Charaktere der Autor vor allem zum Ende hin plausibel zusammenbringt, auch wenn mir nicht alle Punkte gefallen haben.

Fazit:
Auch wenn der Autor sich zwischendurch hätte kürzer halten können, ein sprachgewaltiger Roman, der mit viel Talent mehrere Schicksale und Charaktere zusammenbringt.



Samstag, 1. April 2017

[Rezension] Chosen:Die Bestimmte - Rena Fischer

Inhalt:
Schon lange weiß Emma um ihre besonderen Fähigkeiten, die sie vor normalen Menschen verstecken muss. Doch nach einem tödlichen Unfall ihrer Mutter ändert sich ihr Leben schlagartig. Sie muss umziehen, wird auf ein Internat geschickt, dass nur begabte junge Menschen mit besonderen Gaben besuchen und gerät zwischen die Fronten zweier verfeindeter Parteien. Wem sie trauen kann und wem nicht, muss sie selbst herausfinden, denn jeder versucht, sie auf seine Seite zu ziehen.
 
Meine Meinung:
Dieses Debüt von Rena Fischer hat mir eine Rezension etwas schwer gemacht, da dieses Buch ein zweischneidiges Schwert für mich ist. Auf der einen Seite gibt es klare Schwachpunkte für mich, auf der anderen Seite gibt es aber auch klare Pluspunkte, weswegen auch die Bewertung so ausfallen wird.
Das Buch spielt in Irland, was mich als bekennenden Irlandfan sehr gefreut hat. An den Namen der Charaktere kann man dies auch erkennen, leider hat mir ein bisschen die Atmosphäre der irischen Natur gefehlt, was jedoch nicht weiter schlimm ist.
Der Anfang war ein kleiner Kampf für mich, denn die Kapitel sind so kurz, teilweise nur 2 Seiten, dass gerade dann, wenn sich eine Situation aufgebaut hat, diese abgebrochen wurde, um auf eine neue einzugehen. Dies soll, laut Autorin, die vielen schnellen und kurzen Eindrücke der Protagonistin widerspiegeln, die anfangs auf sie einprasseln. Dieses Mitgefühl des Lesers hätte meiner Meinung nach deutlich besser durch Gefühlsbeschreibungen und Gedanken erreicht werden können. So war bei mir eher das Gegenteil der Fall: Ich war genervt und konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Nach ca. hundert Seiten ändert sich das jedoch, denn die späteren Kapitel haben die richtige Länge, sodass auch Spannung aufgebaut werden kann.
Nach dem eher schlechten Anfang liest man sich durch eine kurzweilige und interessante Geschichte, verfolgt die Protagonistin Emma bei ihren Abenteuern, die teilweise sehr actionreich sind. Gerade dann wenn man zu Ruhe kommt, passiert etwas Neues und das hat mir gut gefallen.
Es gibt Rückblenden aus der Sicht von Emmas Mutter, die in der Vergangenheit spielen, was den Plot sehr gut ergänzt, ohne dass es dem Leser anfangs zu viel verrät. Auch diese sind demnach gelungen.
Kommen wir zur Protagonistin. Auch hier wieder ein zweischneidiges Schwert: Die meiste Zeit plappert sie immer der jeweiligen Partei nach, mit der sie Kontakt hat, wirkt daher unsicher in ihrer eigenen Meinung und etwas naiv. Die wenigen Anflüge von Charakterstärke konnten diesen Eindruck leider nicht mehr retten. Auch wenn sie mir somit nicht ganz so sympathisch war, hat mich das bei der Geschichte aber nicht so gestört, dass ich nicht hätte weiterlesen wollen denn es gibt andere Charaktere, wie Jared und ihr Vater Jacob, sowie Farran, die so interessant sind, dass man gerne mehr über sie erfahren möchte.
Ein großer Pluspunkt, den ich am Ende noch nennen möchte, ist, dass von Anfang an nicht profiliert wird, wer gut und wer böse ist. Die Eindrücke wechseln immer wieder und zusammen mit Emma kann sich der Leser bis zum Ende nie sicher sein, wer nun der Böse ist und alle Fäden zieht.
 
 
Fazit:
Hält man den eher nicht guten Anfang der Geschichte durch, kann man mit einem weiteren gelungen Verlauf des Plots mit Spannung und interessanten Wendungen belohnt werden.
 
 

Montag, 6. März 2017

[Hörbuchrezension] Glückssterne von Claudia Winter

Inhalt:
In Josefines Lebensplan steht nach der Karriere als Anwältin nun der nächste Punkt an: Die Heirat. Doch kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Anwaltskollegen Justus, brennt ihre Cousine mit ihrem neuen Freund nach Schottland durch und nimmt dabei den Familienring mit, der seit Generationen in der Familie ist. Der Aberglaube dazu, dass ohne diesen Ring bei der Trauung das Glück des Ehepaares versagt bleibt und die Weigerung ihrer Großmutter ohne ihn der Heirat zuzustimmen, bringen Josefine dazu, ihrer Cousine nachzureisen. In Schottland gerät sie von einem Problem zum nächsten, doch Gott sei Dank ist der gutaussehende Konditor Aiden immer zur Stelle.

Meine Meinung:
Julia Schwarz liest diese Geschichte und ihre Stimme wurde wirklich perfekt dafür ausgesucht. Sie kann die einzelnen Charaktere sehr gut herausarbeiten und es macht Spaß, ihr zuzuhören.
Die Geschichte an sich dreht sich um die Jagd der Protagonistin nach dem Familienring, sodass der Hörer mit ihr zusammen ihre Abenteuer und Missglücke mit verfolgen kann. Josefine ist als Protagonistin trotz, oder gerade wegen ihrer Fehler, sympathisch, auch wenn man als Hörer natürlich sehenden Auges ihre Fehlentscheidungen und Gefühle besser erkennt, als sie selbst. Sie ändert sich auf ihrer Reise durch Schottland Stück für Stück und während sie anfangs eine kühle Anwältin mit klaren Zielen im Leben ist, die sie niemals aufgeben würde, geht am Ende eine ganz andere Person aus der Sache hervor, die eingesehen hat, was im Leben wirklich zählt. Die weiteren Charaktere tragen zur Geschichte bei: Aiden ist ein wunderbarer Mensch und immer hilfsbereit zur Stelle, wenn Josi ihn benötigt. Josis Familie ist bunt zusammengewürfelt und vor allem ihre schrulligen Tanten sind für so manches Grinsen verantwortlich, das ich während des Hörens hatte. Sie peppen die Geschichte etwas auf.
Die Story baut zwar nie große Spannung auf, aber sie wird auch nie langweilig, sodass man das Hörbuch auch sehr gut neben einer anderen Tätigkeit wie Malen oder Bügeln hören kann.

Fazit:

Lässt sich sehr gut nebenbei hören. Keine neue aber trotzdem schöne Liebesgeschichte mit schottischem Flair und dem Charme einer chaotisch-verrückten Familie

Samstag, 18. Februar 2017

[Rezension] Die Krone der Sterne - Kai Meyer

 
 
Inhalt:
Iniza wohnt in der Galaxis Tiamande. Regelmäßig werden für die Gottkaiserin, die über Tiamande herrscht, Bräute ausgesucht und zu ihr gebracht. Als die Wahl auf Iniza fällt, ist klar: Keiner weiß, was mit den Auserwählten geschieht, Iniza muss fliehen! Zusammen mit ihrem heimlichen Geliebten, dem Hauptmann der Leibgarde, Glanis, trifft sie auf den Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara. Das ungleiche Team begibt sich auf eine rasante Flucht, bei der immer mehr Gegner hinzukommen und viele Hindernisse ihren Weg säumen.

Meine Meinung:
Dies ist das erste Buch von Kai Meyer, das mich nicht vollständig in seinen Bann ziehen konnte. Die Aufmachung, das Cover und sogar abgedruckte Zeichnungen im Inneren sind mal wieder perfekt und ein Blickfang. Leider konnte mich das Genre nicht überzeugen, denn ich lese normalerweise kein Sci-Fi. Vor allem anfangs viel es mir so schwer, in die Geschichte einzutauchen. Die Technik, die neuen Begriffe und fremdartigen Namen haben mich überfordert und ich musste Passagen mehrmals lesen, um sie zu verstehen, da ich kein geübter Leser dieses Genres bin. Das soll keineswegs heißen, dass das Buch nicht gut ist. Der Autor überzeugt mit einem wunderbaren Schreibstil, der besser nicht sein könnte und einer komplexen neuen Welt, auf die sich der Leser einlassen kann. Alles ist so durchdacht und umfangreich aufgebaut, dass es fast schone rstaunlich ist, sich so etwas auszudenken. Die Charaktere haben alle eigene Merkmale, Macken und Qualitäten und passen somit auf verschrobene Art und Weise zusammen. Fast das gesamte Buch über gibt es spannende Verfolgungsjagden und immer neue Abenteuer, die durch Hindernisse ausgelöst werden, die die Charaktere überwinden müssen. Also rundum eigentlich alles gut gelungen.
Trotzdem musste ich mich immer mal wieder überreden wirklich aufmerksam weiterzulesen, die ständige Verfolgungsjagd hat mich eher ermüdet als fasziniert und manchmal war mir alles einfach etwas zu viel.
Fazit:
Ein sehr gutes Buch für Sci-Fi- Fans, meinen Nerv konnte es allerdings nicht richtig treffen.

Sonntag, 12. Februar 2017

[Rezension] Ain't all silver: Ketten aus Gold- Amelia Reyns



Inhalt:
Darren Flax hegt seit seiner gescheiterten Ehe mit seiner Exfrau keine Wünsche mehr Kontakt zu Frauen aufzunehmen. Auf dem Claim verbringt er mit seinen Freunden die neue Goldschürfer-Saison, zumindest bis er ihre neue Köchin Kirby und ihren Sohn Jamie abholen soll. Denn kaum trifft er auf sie wird klar: Kirby hat jede Menge Probleme und brauch Unterstützung. Als Sicherheitschef ist Darren es gewohnt, Probleme zu lösen und nimmt sich der beiden an. Kirby schafft es, die negativen Erfahrungen mit Frauen verblassen zu lassen.
 
Meine Meinung:
Das ungewöhnliche Setting einer Goldmine und die romantische Geschichte konnten mich sofort überzeugen. Dies ist der zweite Teil einer Reihe, den man wirklich unabhängig von dem ersten lesen kann. Auch ich kenne den Vorgänger nicht und habe von Anfang an super in die Geschichte hineingefunden. Darren, aus dessen Sicht die gesamte Geschichte geschildert wird, ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen, denn man fühlt in jedem Gedanken und in jeder Tat, dass er ein aufrichtiger Mensch ist, dem viel an Leuten liegt, die er mag. Je mehr ich aus seiner Sicht gelesen habe, desto mehr mochte ich ihn, sodass ich es fast schon schade fand, dass es nur einen Teil gibt, der um seine Geschichte herum gebaut wird. Kirby bleibt vor allem zu Anfang ein wenig undurchsichtig, was das Interessante an ihrer Beziehung jedoch hervorhebt.
Die Szenerie rund um die Goldmine und die anderen Goldschürfer habe ich bisher noch in keinem Buch erlebt, sodass sich die Thematik hier hervorhebt. Das Setting hat mir hierbei sehr gut gefallen.
Dadurch, dass die Liebesgeschichte und die Probleme, die die Protagonisten bewältigen müssen, sehr kurzweilig sind, hat mich das Buch gut unterhalten, mein Lesefluss wurde nur durch vermehrte Fehler gestört, die mich kurz stocken ließen. Da mir die Charaktere und die Geschichte jedoch so zugesagt haben, hat mich das nicht weiter gestört.
 
Fazit:
Das Rad wurde hier nicht neu erfunden, das Buch bietet aber kurzweilige, romantische Unterhaltung mit einem sympathischen Hauptcharakter.
 
 


Freitag, 3. Februar 2017

[Hörbuchrezension] Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

 
Marc-Uwe Kling wohnt mit einem echten Känguru zusammen. Klingt komisch, ist aber so, denn dieses Känguru kann reden, hat eigene und manchmal etwas verdrehte Ansichten und ist durch und durch liebenswert. In diesem Hörbuch liest der Autor selbst aus seinem Buch vor und erzählt dabei Anekdoten aus dem Leben mit einem verschrobenen Känguru. Dabei sind die Kapitel relativ kurz und beschäftigen sich je mit einer witzigen Geschichte. Diese haben verschiedene Themen und jedes einzelne hat seinen eigenen Charme.
Marc-Uwe Kling selbst liest unglaublich gut und auch seine Imitation des Kängurus an sich ist schon irre komisch. Sich selbst stellt er sehr trocken und ruhig dar und das Känguru eher aufgeregt und mit seiner Stimmer herausstechend, was das Hörvergnügen noch größer macht. 
Wunderbar kurzweilig und so witzig, dass ich mehrmals laut auflachen musste. Ich möchte unbedingt auch die weiteren Vertonungen seiner Bücher hören!
 
Fazit:
Ein absoluter Hörbuchtipp!
 

Dienstag, 3. Januar 2017

[Rezension] Rocky Mountain Lion-Virginia Fox

Inhalt:
Quinn liebt die Wildtiere, die sie auf der Wildtierstation der Lone Wolf  Ranch beobachtet und betreut. Doch eines Tages findet sie heraus, dass illegale Wilderer ihr Unwesen treiben und brutal Wildtiere ermorden, die nicht zur Jagd freigegeben sind. Kurzerhand beschließt sie, ihnen auf die Spur zu kommen. Kein Wunder, dass sie dem neuen Mitarbeiter Archer Miller misstrauisch begegnet. Dieser verhält sich tollpatschig und zeitgleich doch so, als würde er ein Geheimnis vor ihr hüten.

Meine Meinung:
Dies ist der neunte Band einer Reihe, die sich um verschiedene Charaktere in der Kleinstadt Independence in den Rocky Mountains dreht. Ich bin mit diesem Band erst eingestiegen und kannte die Vorgänger vorher nicht. Alle Geschichten sind ineinander abgeschlossen, sodass man nicht gezwungenermaßen mit dem ersten Band anfangen muss, es gibt jedoch so viele Charaktere und neue Namen, sowie Geschichten die schon erzählt wurden, dass es anfangs ein bisschen schwierig wird alle Personen auseinander zu halten, die auch in diesem Band immer wieder Gastauftritte haben. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich allerdings an sie und kann die Eigenarten und Kabbeleien der verschiedenen Charaktere genießen. Was ich schade fand ist die Tatsache, dass schon auf den ersten wenigen Seiten klar wird, welches Geheimnis Archer vor Quinn verbirgt und dass sich die beiden so anziehen finden, dass fast sofort am Anfang des Buches eine Beziehung beginnt. Das nimmt das Knistern zwischen den beiden weg und der Leser kann den Aufbau der Romanze nicht richtig miterleben. Alles geht sehr schnell.

Independence ist eine sympathische Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, man kein Geheimnis für sich behalten kann, weil viel getratscht wird und wo sich gegenseitig geholfen wird. So gut wie jeder Charakter war mir sympathisch und auch Quinn und Archer gehören dazu. Man kann immer wieder neue Leute kennenlernen und wenn einem ein bestimmtes Paar interessiert, lassen sich die Bände auch durcheinander lesen. Mich haben besonders Donovan und Anna, die immer wieder eigene Kapitel haben beispielsweise sehr in ihren Bann gezogen.
 Was mich positiv überrascht hat war, dass die Autorin sich trotz des Genres nicht scheute, die Skrupellosigkeit der Wilderer deutlich zu machen, was die Spannung zwischendurch immer wieder neu angehoben hat.

Fazit:
Für mich hat der stetige Aufbau der Liebesgeschichte gefehlt, trotzdem ist dies ein solider Band, der in einer sympathischen Kleinstadt spielt