Sonntag, 25. Juni 2017

[Rezension] Zwei fast perfekte Schwestern - Michaela Grünig

Inhalt:
Stephanie Lenz empfindet sich selbst als Mauerblümchen. Sie findet sich nicht hübsch, nicht außergewöhnlich und nicht talentiert genug, vor allem im Gegensatz zu ihrer Schwester. Diese hat einen reichen Regisseur geheiratet, ist in der High Society beliebt und engelsgleich schön. Stephanie weiß, dass sie ihrer Schwester niemals das Wasser reichen kann, doch dann werden beide Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Lillys Mann betrügt sie mit einer noch Jüngeren und Stephanie rettet sich mit einer Lüge vor den Liebesbekundungen ihres Chefs. Daraufhin wird sie auch noch zur Betreuung eines bekannten Schriftstellers beordert, der bezichtigt wird, seine Frau ermordet zu haben. Das Chaos ist perfekt!
 
 
 
Meine Meinung:
Schon zu Anfang empfängt einen der gewohnte wortgewandte und wirklich tolle Schreibstil, den ich aus den anderen Büchern von Frau Grünig kenne.
Diesmal geht es um die Suche nach Liebe und Glück von zwei unterschiedlichen Schwestern, die einfach nur sie selbst sein wollen und sich dabei in das Chaos des Lebens stürzen müssen. Abwechselnd wird in den Kapiteln aus Stephanies Ich-Perspektive und Lillys Sicht, in Form der personalen Perspektive, die Geschichte geschildert, sodass man immer genau weiß, um wen es nun geht. Beide Geschichten haben ihren eigenen Charakter, aber auch sich gleichende Aspekte, da beide nicht zufrieden mit sich sind, sich miteinander vergleichen und sich das Leben der jeweils anderen wünschen, von der sie glauben, dass sie viel glücklicher sein muss. Trotzdem haben sie ein relativ gutes Verhältnis zueinander, wobei mir die Interaktion zwischen den beiden Schwestern im Buch etwas zu kurz gekommen ist.
Die Geschichten hat viel mit Familie, Selbstfindung und auch etwas Romantik zu tun und verzichtet, wie es auch bei anderen Büchern der Autorin ist, nicht auf Witz, Charme und Wendungen am Ende des Buches. Die romantischen Gefühle auf Stephanies Seite gingen mir doch etwas zu schnell und zu heftig und waren deswegen nicht ganz nachvollziehbar für mich, das hat der Geschichte aber keinen Abbruch getan.
Die Wirrungen am Ende hätte ich in dieser Form mal wieder nicht erwartet, denn diese stellen alles nochmal ein wenig auf den Kopf.
Dabei ist die Story weder zu anspruchsvoll, noch zu seicht, ich wurde wie gewohnt so gut unterhalten, dass ich das Buch stellenweise gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
 
Fazit:
Die Themen von Michaela Grünigs Büchern sind so vielfältig und entsprechen nie einem Schema F, obwohl natürlich immer dieselbe Autorin dahintersteckt. Jedes Buch ist ein Glücksgriff und auch dieses macht keine Ausnahme, auch wenn ich zwei kleine Anmerkungen hatte.
 
Danke an Michaela Grünig für das zur Verfügung gestellte Exemplar, das meine Meinung jedoch nicht beeinflusst hat.

Mittwoch, 14. Juni 2017

[Rezension] Die Überfahrt- Mats Strandberg

Inhalt:
Die schwedische Ostseefähre Baltic Charisma überquert in einem Tag das Meer bis nach Finnland. Die Passagiere kommen überwiegend, um einen Tag lang ihren Spaß zu haben: Alkohol, Sex und Party, alles unverbindlich und vor allem reichlich. Circa 1200 Passagiere wollen diesmal auf ihre Kosten kommen, doch was sie nicht wissen ist, dass mit zwei unauffälligen Gestalten, einer Mutter und ihrem Sohn etwas Uraltes das Schiff betreten hat. Breitet sich das Grauen erst einmal aus, kann keiner mehr fliehen und das Schiff wird zur Todesfalle.

Meine Meinung:
Die Idee des Romans hört sich gar nicht mal so schlecht an. Auf Deck eines Partyschiffs bricht der Horror aus und auf dem Meer kann keiner so leicht fliehen. Das hat Mats  Strandberg in ein 500-seitiges Buch gepackt, dass mich weder übermäßig begeistert, noch schwer enttäuscht hat.
Das Buch wird durch viele verschiedene Charaktere aufgebaut, aus deren Sicht das Geschehen an Bord abwechselnd geschildert wird. Diese Menschen sind aus vielfältigen Gründen auf der Fähre: Sie sind Mitarbeiter, Passagiere, Leute die ihrer Einsamkeit oder dem Alltag entfliehen wollen oder die einen gemeinsamen Ausflug mit Familie und Freunden machen.
Der Anfang gestaltet sich eher langsam. Es geschieht nichts weiter Spektakuläres, man erfährt mehr etwas über die Beziehungen, Arbeitsstellen oder persönlichen Probleme der vorkommenden Personen. Dies ist nicht allzu detailliert, aber gerade so, dass man einen Eindruck ihres Lebens erhält und sie somit auch auseinanderhalten kann. Trotzdem reicht das aus, dass das Buch zumindest nicht langweilig erscheint, denn irgendwie bleibt der Leser dabei und bricht das Buch nicht ab. Die Spannung steigt sehr langsam, wobei es erst ab Mitte des Buches mit dem eigentlichen Grauen anfängt. Von da an steigert sich nicht nur die Zahl der Toten, sondern auch die Spannung: Wer wird überleben, wer schafft es, das Schiff zu verlassen und was geschieht mit den Betroffenen dieser Katastrophe?
Es gibt bei diesem Buch auch öfter Mal nähere Beschreibungen der Morde, Verstümmelungen oder Sexszenen, weswegen zarte Gemüter wahrscheinlich abgeschreckt werden könnten. Ich könnte mir dieses Buch beispielsweise ganz gut verfilmt als Horror-Slasher vorstellen :D
Die Handlung ist seicht und hat keinen tieferen Sinn oder Appell oder sonst etwas, was mitschwingen könnte und vor allem der Anfang hätte nicht so ausgiebig in Hinsicht auf die Seitenzahl sein müssen.

Fazit:
Hätte nicht so lang sein müssen, hat mich aber recht gut unterhalten. Ein zweites Mal lesen muss ich es nicht unbedingt.

Montag, 29. Mai 2017

[Hörbuch-Rezension] Ich und die Menschen-Matt Haig

Inhalt:
Der Mathematikprofessor Andrew Martin stirbt eines Tages. Was aber niemand weiß, denn ein Alien mit überlegener Intelligenz und von einem Planeten weit außerhalb der menschlichen Vorstellung hat Besitz von seinem Körper ergriffen. Es hat eine Mission, die es erfüllen soll und dabei ist es den Menschen nicht positiv gegenübergestellt. Es weiß, dass Menschen egoistisch, aber auch gewalttätig sind und möchte so schnell wie möglich diesen grausamen Planeten verlassen. Doch je länger es auf der Erde wohnt, desto mehr Positives fällt ihm auf. Sind die Menschen wirklich so schlecht?
 
Meine Meinung:
Zum ersten ist Christoph Maria Herbst die perfekte Besetzung als Sprecher für dieses Hörbuch. Er bringt die Stimme eines Aliens in einem Menschenkörper authentisch herüber, auch wenn es natürlich keine Vergleiche gibt, die der Hörer anstellen könnte ;) . Allein durch seine Betonung der Wörter erlebt man die Entwicklung des Aliens: Anfangs ist die Stimme noch starr und gefühlslos, mit Fortdauer der Story wird sie immer emotionaler. Die Geschichte dieses Buches ist außergewöhnlich und mutet deswegen auch des Öfteren witzig an. So beginnt sie damit, dass der vermeintliche Professor Andrew Martin nackt vor dem Corpus Christi College in Cambridge aufgegriffen wird. Aber woher sollte ein Alien auch wissen, dass Kleidung den Menschen so wichtig ist? Es kommt zu Missverständnissen, ironischen Situationen und skurrilen Gesprächen während sich das Alien noch an seine menschliche Rolle anpasst. Je mehr man Andrew Martins Vergangenheit kennenlernt, desto lieber mag man die außerirdische Lebensform, die von ihm Besitz ergriffen hat und desto mehr hofft man auf ein gutes Ende für diese. Was mir aber sehr gut gefallen hat ist, dass das Ende innerhalb dieser Geschichte trotz allen Gefühlen realistisch bleibt.
 
Fazit:
Außergewöhnlich, intelligent und tiefgründig. Eine absolute Hörempfehlung!
 
 

Samstag, 27. Mai 2017

[Rezension] Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt-Kristina Günak

Inhalt:
Bea ist immer für alle da und so ist es klar, dass sie ihrem kleinen Verlag helfen möchte, als er in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Doch nie hätte sie sich freiwillig darauf eingelassen, die Anstandsdame des Starautors Tim Bergmann spielen zu müssen, der in der Öffentlichkeit gelinde gesagt eher rüde auftritt. Er ist jedoch der Einzige, der mit seinen Büchern dem Verlag aus der Patsche helfen kann, schlechte PR kann hin oder her. Also muss Bea wohl oder übel das Chaos beseitigen, das Tim überall dort verbreitet, wo er geht und steht und merkt dabei, dass er auch in ihrem eigenen Leben mächtig Staub aufwirbelt!
 
Meine Meinung:
Was man auf Bildern im Internet oder auf dem Reader gar nicht richtig wahrnimmt, ist das tolle Cover, einmal in Händen gehalten fällt das Design aber sofort auf.
Das Buch ist mit 288 Seiten nicht allzu lang, die Kapitel sind angenehm kurz, der Schreibstil locker-leicht und die hinzukommenden Absätze vereinfachen den Lesefluss ungemein. Man findet sich dadurch schnell in die Geschichte ein und denkt sich:,, Ach noch ein kurzes Kapitel kann ich noch lesen!" Und dann sind es doch mehrere und plötzlich ist man schon am Ende angelangt... So ging es zumindest mir beim Lesen.
Begünstigt wird das noch durch den Aufbau der Geschichte, denn auch wenn Kristina Günak das Rad mit diesem Roman nicht neu erfindet, sind mir doch einige kleine Details aufgefallen, die sich von der Masse an Büchern abheben, die ich in diesem Genre in letzter Zeit gelesen habe:
1. Die Protagonistin lebt in außergewöhnlichen Familienverhältnissen, die den Leser berühren und auch wichtig dafür sind, wie der Charakter Beas (strukturiert, immer zur Stelle, hilfsbereit) umrissen wird. Allerdings wird hier nichts über-dramatisiert oder ausgelutschte Themen aufgegriffen, die schon hundertfach in solchen Büchern vorkommen.
2. Die Annäherung der beiden Protagonisten findet allmählich und langsam statt, was plausibel ist, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich sie sind und wie wenig sie sich anfangs mögen. Es entsteht ein zartes Band und die Liebesgeschichte ist zurückhaltend. Es wird also nicht mit der ,,Sex-Keule" geschwungen, was bei dieser Geschichte wirklich erfrischend war.
3. Die Geschichte an sich ist sehr süß und vor allem das Ende verströmt einen schönen Hauch an Liebe und Zukunftsoptimismus, obwohl ich es eher als teiloffenes Ende empfinde. Auch das passt wieder sehr zu den beiden vorherigen Punkten und ergibt ein rundes Bild.
 
So ist dies einerseits ein Buch, in dem es keine großen innovativen Plottwists oder eine große Spannung gibt, aber immerhin gibt es Kleinigkeiten, die einen frischen Wind hineinbringen.
 
Fazit:
Süßer Roman, der auf eigene kleine Weise heraussticht.

Mittwoch, 24. Mai 2017

[Hörbuch-Rezension] More letters of Note: Briefe für die Ewigkeit

Inhalt:
Liebesbriefe, Bewerbungsschreiben oder Antwortbriefe auf skurrile Begebenheiten. In diesem Hörbuch antwortet Marge Simpson auf Kritik der früheren First Lady Barbara Bush oder Che Guevara hinterlässt einen Brief an seine Kinder. Momentaufnahmen der Geschichte und erstaunlicher Persönlichkeiten wurden übersetzt und eingesprochen.
 
 
 
Meine Meinung:
Briefe und Notizen sind persönlich und geben somit gute Einblicke in die Gedanken des Verfassers. Nicht alle Persönlichkeiten, auf die die Briefe in diesem Hörbuch zurückgehen, haben mich von Anfang an interessiert und manche wollte ich schon bei der Ankündigung auf dem Cover unbedingt lesen. Ich wurde allerdings im Positiven wie negativen überrascht, denn einige Briefe haben mich trotz anfänglichem Desinteresse an der dahinter stehenden Person sehr gut unterhalten und zum Lachen gebracht. Andere wiederum fand ich so langweilig, dass ich mich zwingen musste, sie zu Ende zu hören. Insgesamt bin ich mit meiner Meinung zu den ausgewählten Schriftstücken mittig angelangt, da sich negative wie positive Hörerfahrungen ausgleichen.
Das liegt keinesfalls an den Sprechern, denn für jeden Brief, wurde ein anderer Sprecher ausgewählt und nie kam er oder sie mir unpassend dafür vor. Das bringt Abwechslung ins Hörerlebnis und bei manchen Sprechern, beispielsweise Atze Schröder, der Brian Doyles standardisiertes Ablehnungsschreiben liest, passt die Auswahl so gut, dass allein das schon den Hörgenuss steigert.
Trotzdem ist More Letters of Note kein Hörbuch, dass ich im Ganzen mehrfach hören würde, einige Titel darauf aber gerne immer wieder.
 
Fazit:
Für Zwischendurch ganz nett, mehr aber auch nicht.
 

Montag, 15. Mai 2017

[Rezension] Schenk mir deine Träume-Marie Force

 
Inhalt:
Megans Schwester möchte mit ihrem Mann nach Frankreich ziehen. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, die beste Freundin und engste Vertraute zu verlieren, muss Megan nun auch noch um ihren Job bangen, da ihre Schwester und gleichzeitige Arbeitgeberin das Diner aufgeben wird. Hunter, der Finanzchef der Abbot-Familie findet sie schluchzend auf dem Parkplatz und macht es sich zur Aufgabe, die Probleme, die anstehen zu lösen. Dabei kommen sich die beiden näher und Hunter weiß, er muss versuchen, Megan trotz allem dazu zu bewegen, in Butler zu bleiben.
 
Meine Meinung:
Nachdem ich den dritten Band verschlungen habe, habe ich sofort mit diesem Band weiter gelesen.
Hunter ist ein regelrecht bezaubernder Charakter, denn nach außen hin ist er der gelassene Geschäftsmann mit Stil, vor allem was Mode betrifft. Sobald er jedoch auf Megan trifft ist er innerlich unsicher. Mit seiner unglaublich süßen Art für andere da zu sein und mit seinem Auftreten hat er schnell mein Herz erobert. Sein Umgang mit seiner Zwillingsschwester Hannah wird hier mehr herausgearbeitet, sodass man die besondere Verbindung zwischen ihnen spürt, was mir sehr gefallen hat. Megan hingegen ist ein wenig schwieriger einzuschätzen und manche ihrer Verhaltensweisen haben mich weniger überzeugt als andere, aber alles in allem ist auch sie nicht unsympathisch.
Neben der Geschichte der Hauptprotagonisten wird der Leser auch über die Charaktere aus anderen Büchern auf dem Laufenden gehalten und ist bei aktuellen großen Ereignissen dabei.
Ein kleines Detail, das mir besonders bei diesem Teil der Reihe aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Kapitelüberschriften zu jedem Protagonisten passend ausgesucht werden. Bei Hunter sind es Zitate von Erfolg.
 
Fazit:
Hunter mausert sich zu meinem Lieblingscharakter. Ich liebe die Abbott-Familie! :)
 
 

Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rezension] Mein Herz gehört dir-Marie Force

Inhalt:
Lucy und Colton treffen sich nun schon regelmäßig am Wochenende, doch halten es geheim. Lucy will die Leichtigkeit mit Colton nicht verlieren; er bringt sie zum Lachen und sie haben Spaß miteinander. Die sechs Stunden die Autofahrt, die zwischen ihren Wohnorten liegen, stellen ein Hindernis dar, das für Lucy nicht überwindbar ist. Sie will die Beziehung einfach halten, denn nie würde sie aus New York und von ihrer geliebten Familie wegziehen. Als die beiden ein Wochenende im Ferienhaus der Abbotts verbringen, kommt Coltons Familie ihnen auf die Spur. Ihre Beziehung wird ernst, doch es scheint keinen Weg für sie zu geben, längerfristig zusammen zu sein...


Meine Meinung:
,,Mein Herz gehört dir" ist der dritte Band der Green-Mountain-Reihe von Marie Force. Wie in den vorherigen Bänden ist es schön, die Großfamilie mit ihren liebenswerten Eigenarten wiederzutreffen, denn jeder einzelne Charakter ist so liebevoll beschrieben, dass man sie während der Lektüre klar vor dem inneren Auge hat. Colton ist ein rauer Naturbursche, der eigentlich gerne allein ist, viel Humor besitzt und sehr lieb rüberkommt und auch Lucy hat wieder ihre eigenen Charakterzüge, die sie ausmachen. Es zeugt von dem Talent der Autorin, dass alle Geschwister, trotz dem Band, das sie verbindet und der selben Familie, Eigenarten haben, die ein anderer Familienteil nicht hat. Das macht jeden zu etwas Besonderes und obwohl es immer um das Finden großer Liebe geht, gleicht kein Buch genau dem anderen. Es wird also nicht langweilig, ihre Geschichten zu verfolgen. Der Schreibstil und die seichten Geschichten machen es leicht, den Alltag über dem Lesen zu vergessen und sich dabei zu entspannen.
Bisher konnte mich jeder Band überzeugen und die Serie gehört zu meinen Lieblingsreihen in dem Genre, wenn auch dieser Band besser war, als der zweite.

Fazit:
Wer eine romantische Liebesgeschichte für schöne Lesestunden sucht, ist bei dieser Reihe genau richtig.

Mittwoch, 26. April 2017

[Rezension] Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden-Emily Barr

 
Inhalt:
Da Flora an einer Amnesie leidet muss sie sich jeden Tag selbst daran erinnern, was sie erlebt hat und wer sie ist. Seit ihrem 10. Lebensjahr kann sie keine Erinnerungen länger als ein paar Stunden speichern, was es ihr schwermacht ein normales Leben zu führen. Doch eines Tages bleibt ihr eine Erinnerung, die ihr Leben verändern wird: Sie weiß auch noch nach Tagen, dass sie nachts einen Jungen am Strand geküsst hat und dieser Junge nach Svalbard umgezogen ist. Kurzerhand nutzt sie die Gelegenheit der einzigen bleibenden Erinnerung und fährt diesem Jungen hinterher, bis an den Nordpol. Eine Reise zu sich selbst beginnt.
 
Meine Meinung:
Die Geschichte verspricht schon vom Klappentext eine interessante Protagonistin und eine außergewöhnliche Geschichte. Leider hat mich die Umsetzung enttäuscht.
Der Schreibstil ist relativ fade, da die Satzkonstruktionen immer gleich sind und der Wortschatz sich in Grenzen hält. Ich habe das Gefühl, ich lese immer wieder dasselbe.
Die Geschichte zieht sich etwas, was auch an den vielen Wiederholungen liegt, wenn sich Flora wieder etwas ins Gedächtnis rufen muss, das sie vergessen hat. Immer wieder werden dieselben Erinnerungen an ihr Leben als sie klein war oder an den Kuss mit dem Jungen hervorgebracht. Dies dient dazu, dass Flora sich überhaupt orientieren kann, da der Leser selbst es aber nicht vergessen und grade erst gelesen hat, können diese Wiederholungen anstrengend werden. Erst gegen Mitte nimmt die Handlung Fahrt auf und erst am Ende konnte mich die Geschichte wenigstens etwas überzeugen. Natürlich ist Floras Schicksal traurig und dass sie so gut klarkommt, macht Mut, aber alles was passiert, passt für mich nicht richtig zusammen. Es ergibt sich für mich kein rundes Bild, sodass ich auch nicht richtig mit der Protagonistin mitfühlen kann.
Hinzu kommt, dass sämtliche Nebencharaktere, bis auf ihren Bruder und einige wenige, die auf Floras Reise eine kurze Rolle spielen, schlichtweg unsympathisch sind. Wie sie mit Flora umgehen ist manchmal wirklich schockierend, vor allem bei ihren Eltern kann ich nur den Kopf schütteln. Nur ihr Bruder Jacob wirkt sehr liebevoll und freundlich, ist meiner Meinung nach aber zu kurz gekommen.
Flora selbst definiert sich überwiegend über ihren Gedächtnisverlust, von der Autorin so geschrieben, wie auch als Charakter selbst, ist das ihr herausstechendes Merkmal, auf das sich alle inklusive ihr selbst stützen. Aber auch ihr Mut und dass sie trotz allem versucht ihr Leben so gut es geht zu bewältigen nötigt mir Respekt ab.
 
Fazit:
Für mich leider eher ein Flop, ich habe mich streckenweise gelangweilt, streckenweise war ich genervt und die wenigen Lichtblicke konnten mich nicht vollends überzeugen.
 
 
 

Samstag, 22. April 2017

[Hörbuch-Rezension] Siren-Kiera Cass

Inhalt:
Als Kahlen bei einem Schiffsunglück als Einzige überlebt, während ihre Familie ertrinkt, schwört sie der See ihre Treue. Sie muss ihr 100 Jahre als Sirene dienen, ist dabei unsterblich und altert nicht. Der Preis für ihr Leben ist jedoch grausam: Sie muss singen, wenn die See es von ihr verlangt und schweigen, wenn sie unter Menschen ist, denn jeder Mensch, der ihre Stimme hört muss sterben. Sie lebt überwiegend stumm, doch eines Tages begegnet sie einem Jungen, der sie auch ohne Worte versteht und ihr Leben auf den Kopf stellt. Akinli scheint ihr Seelenverwandter zu sein und doch dürfen sie nicht zusammen sein.
 
Meine Meinung:
Ich habe die Selection- Reihe der Autorin verschlungen und wollte es nun mit Siren als Hörbuch probieren.
An die Sprecherin Inga Reuters musste ich mich anfangs erst gewöhnen, da ich ihre verstellten Stimmen bei den Nebencharakteren, wie Kahlens Sirenen-Schwestern etwas affektiert finde. Die Protagonistin wird aber jugendlich und angenehm von ihr gesprochen, sodass das kein Problem ist.
Das Thema des Jugendbuchs ist interessant, denn in dieser Form ist es eine neue Idee, die ich sonst noch nicht gelesen habe. In diesem Genre ist Kahlens Geschichte etwas Neues. Hierbei hat mir vor allem die See gefallen, die personifiziert dargestellt wurde. Sie hat Gefühle, Gedanken und redet zu den Mädchen. Sie kann sie trösten  und bestrafen und im Hörbuch wird das durch eine tiefere Stimme dargestellt. Inga Reuters spricht es ruhig, aber auch mit bedrohlichen Nuancen, sodass der Zwiespalt der See, einerseits Mutter der Sirenen, andererseits ihre Herrscherin klar hervortritt.
Die Handlung wird zwischendurch immer wieder etwas dünn, da nichts Wirkliches passiert, aber zumindest gab es bei mir bei dem Hörbuch keine Flaute dadurch, wer weiß, vielleicht hätte es beim gedruckten Buch anders ausgesehen. Durch die Kürze des Buches ist es für mich schwer nachzuvollziehen gewesen, warum zwischen Kahlen und Akinli starke Gefühle entstehen konnten, wo sie doch so wenig Zeit miteinander verbringen.
Meiner Meinung nach hätte die Liebesgeschichte mehr ausgebaut sein können, so ließ mich dieser Aspekt als Hörerin eher unbefriedigt zurück.
 
Fazit:
Als Hörbuch ganz nett, tolle Idee aber leider fehlt das gewisse Etwas um das Potenzial voll ausschöpfen zu können.

Dienstag, 11. April 2017

[Hörbuch-Rezension] Drei Meter unter Null von Marina Heib

 
Inhalt:
Ein Leben lang hat sie sich zurückgehalten und versucht ein normales Leben vorzutäuschen, doch eines Tages wird sie zur Mörderin. Sie ist eine Wölfin, die andere Wölfe umbringt und nicht mal Mitleid empfindet. Sie wird erst aufhören, wenn alle tot sind, die ihr den Versuch auf ein Leben genommen haben. Sie beobachtet und plant, verkleidet und nähert sich ihren Opfern nur mit einem Ziel: Um zu töten.

Meine Meinung:
Anna Thalbach spricht hier die sehr spannende Rolle der Protagonistin, aus deren Sicht die Ereignisse geschildert werden. Diese Stimme passt wie die Faust aufs Auge, denn Thalbach kann die Atmosphäre des Buches perfekt durch ihre Betonungen aufbauen. Sie ist mal schneller, mal langsamer, mal flüstert sie, um dann wieder entsetzt zu rufen. Dadurch wird der Thriller zu einem Hörgenuss, den man nebenbei aber auch gerne mit voller Aufmerksamkeit hören kann.
Die Protagonistin selbst gibt Grund für Vermutungen während des Lesens, denn es gibt viele Rückblenden, die ihre Kindheit beleuchten. Es gibt gute und schlechte Ereignisse, aber man fragt sich, was genau geschehen ist, dass in ihr die Lust zu Töten geweckt hat. Auch an diesen Rückblenden merkt man, dass die Protagonistin schon immer leicht eigenartig und auch eigenwillig war, wobei sich die Erinnerungen aus der Kindheit und die "mörderische Gegenwart" ausgewogen abwechseln. Die Spannung wird dadurch aufrecht erhalten. Die Ich-Perspektive tut ihr Übriges um die Gefühlswelt der Protagonistin auszudrücken und der Hörer erlebt hautnah mit, wie sie zur Mörderin wird.
Als Buch hätte ich wohl an manchen Stellen eine Leseflaute gehabt, aber als ungekürztes Hörbuch hat sich keine Langeweile eingestellt.
 
Fazit:
Hier wurde die perfekte Sprecherin ausgesucht, sodass die Umsetzung packend gelungen ist.

Freitag, 7. April 2017

[Rezension] Das Labyrinth der Lichter-Carlos Ruiz Zafrón


Inhalt:
Der letzte Band rund um die Reihe zum ,,Friedhof der vergessenen Bücher".
Ein Auftrag der Polizei veranlasst Alicia Gris in ihre Heimatstadt Barcelona zurückzukehren, um das Verschwinden eines angesehenen Ministers, Mauricio Valls, aufzuklären. Dabei stößt sie auf seine dunkle Vergangenheit als Direkt im Montjuïc Gefängnis. Viele Menschen haben als Motiv die Rache dieser Tage. Zwischen zwielichtigen Gestalten, tragischen Schicksalen und grausamen Morden findet Alicia mehr und mehr heraus, mit was sie es zu tun und führt dabei die Geschichten vieler Familien und Personen zusammen, die miteinander in Zusammenhang stehen.

Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch von Zafón und ich steige damit am Ende einer Reihe ein, zu der, laut Autor, von jedem Band Zugang gefunden werden kann. Das kann ich bestätigen, denn auch wenn ich anfangs nicht gewusst habe, wohin mich die Reise führt, konnte ich mich unabhängig von den anderen Bänden in der Geschichte zurechtfinden. Auch ohne die Charaktere aus den anderen Teilen zu kennen, wird schon früh ersichtlich, auf welchem Wege sich diese kreuzen werden.
Manche Charaktere sind einem sofort sympathisch, wie der etwas kindliche Daniel Sempere, manche Schurken sind dem Leser von Anfang an unsympathisch und manche Charaktere müssen sich im Verlauf der Geschichte erst noch beweisen, Am meisten gefallen hat mir die Persönlichkeit Fermíns, der mit seinem Wortwitz und seinen teils ironischen, teils verrückten Aussagen so viel Schwung in die Geschichte bringt, das man immer dann, wenn er auftaucht, gleich viel eher weiterlesen möchte. Er lockert die düstere Atmosphäre des Nachkriegs-Barcelonas auf und konnte mir sogar an den traurigsten Stellen ein Grinsen entlocken, wenn er mal wieder seine Kommentare abließ.
Der Schreibstil von Zafón ist erlesen, einmalig wortgewandt und so gewaltig, dass ich mir am liebsten hunderte Zitate herausgeschrieben hätte, um diese nie zu vergessen. Trotz dieser herausragenden Art zu schreiben, habe ich zwischendurch etwas kämpfen müssen um dran zu bleiben, da vor allem Alicias Ermittlungen in ihrem Fall etwas langatmig wurden. Da hätte man sich gut und gerne kürzer fassen können.
Am Schluss bleibt zu sagen, dass es erstaunlich ist, wie umfangreich diese Geschichte ist und wie viele Charaktere der Autor vor allem zum Ende hin plausibel zusammenbringt, auch wenn mir nicht alle Punkte gefallen haben.

Fazit:
Auch wenn der Autor sich zwischendurch hätte kürzer halten können, ein sprachgewaltiger Roman, der mit viel Talent mehrere Schicksale und Charaktere zusammenbringt.



Samstag, 1. April 2017

[Rezension] Chosen:Die Bestimmte - Rena Fischer

Inhalt:
Schon lange weiß Emma um ihre besonderen Fähigkeiten, die sie vor normalen Menschen verstecken muss. Doch nach einem tödlichen Unfall ihrer Mutter ändert sich ihr Leben schlagartig. Sie muss umziehen, wird auf ein Internat geschickt, dass nur begabte junge Menschen mit besonderen Gaben besuchen und gerät zwischen die Fronten zweier verfeindeter Parteien. Wem sie trauen kann und wem nicht, muss sie selbst herausfinden, denn jeder versucht, sie auf seine Seite zu ziehen.
 
Meine Meinung:
Dieses Debüt von Rena Fischer hat mir eine Rezension etwas schwer gemacht, da dieses Buch ein zweischneidiges Schwert für mich ist. Auf der einen Seite gibt es klare Schwachpunkte für mich, auf der anderen Seite gibt es aber auch klare Pluspunkte, weswegen auch die Bewertung so ausfallen wird.
Das Buch spielt in Irland, was mich als bekennenden Irlandfan sehr gefreut hat. An den Namen der Charaktere kann man dies auch erkennen, leider hat mir ein bisschen die Atmosphäre der irischen Natur gefehlt, was jedoch nicht weiter schlimm ist.
Der Anfang war ein kleiner Kampf für mich, denn die Kapitel sind so kurz, teilweise nur 2 Seiten, dass gerade dann, wenn sich eine Situation aufgebaut hat, diese abgebrochen wurde, um auf eine neue einzugehen. Dies soll, laut Autorin, die vielen schnellen und kurzen Eindrücke der Protagonistin widerspiegeln, die anfangs auf sie einprasseln. Dieses Mitgefühl des Lesers hätte meiner Meinung nach deutlich besser durch Gefühlsbeschreibungen und Gedanken erreicht werden können. So war bei mir eher das Gegenteil der Fall: Ich war genervt und konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Nach ca. hundert Seiten ändert sich das jedoch, denn die späteren Kapitel haben die richtige Länge, sodass auch Spannung aufgebaut werden kann.
Nach dem eher schlechten Anfang liest man sich durch eine kurzweilige und interessante Geschichte, verfolgt die Protagonistin Emma bei ihren Abenteuern, die teilweise sehr actionreich sind. Gerade dann wenn man zu Ruhe kommt, passiert etwas Neues und das hat mir gut gefallen.
Es gibt Rückblenden aus der Sicht von Emmas Mutter, die in der Vergangenheit spielen, was den Plot sehr gut ergänzt, ohne dass es dem Leser anfangs zu viel verrät. Auch diese sind demnach gelungen.
Kommen wir zur Protagonistin. Auch hier wieder ein zweischneidiges Schwert: Die meiste Zeit plappert sie immer der jeweiligen Partei nach, mit der sie Kontakt hat, wirkt daher unsicher in ihrer eigenen Meinung und etwas naiv. Die wenigen Anflüge von Charakterstärke konnten diesen Eindruck leider nicht mehr retten. Auch wenn sie mir somit nicht ganz so sympathisch war, hat mich das bei der Geschichte aber nicht so gestört, dass ich nicht hätte weiterlesen wollen denn es gibt andere Charaktere, wie Jared und ihr Vater Jacob, sowie Farran, die so interessant sind, dass man gerne mehr über sie erfahren möchte.
Ein großer Pluspunkt, den ich am Ende noch nennen möchte, ist, dass von Anfang an nicht profiliert wird, wer gut und wer böse ist. Die Eindrücke wechseln immer wieder und zusammen mit Emma kann sich der Leser bis zum Ende nie sicher sein, wer nun der Böse ist und alle Fäden zieht.
 
 
Fazit:
Hält man den eher nicht guten Anfang der Geschichte durch, kann man mit einem weiteren gelungen Verlauf des Plots mit Spannung und interessanten Wendungen belohnt werden.
 
 

Montag, 6. März 2017

[Hörbuchrezension] Glückssterne von Claudia Winter

Inhalt:
In Josefines Lebensplan steht nach der Karriere als Anwältin nun der nächste Punkt an: Die Heirat. Doch kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Anwaltskollegen Justus, brennt ihre Cousine mit ihrem neuen Freund nach Schottland durch und nimmt dabei den Familienring mit, der seit Generationen in der Familie ist. Der Aberglaube dazu, dass ohne diesen Ring bei der Trauung das Glück des Ehepaares versagt bleibt und die Weigerung ihrer Großmutter ohne ihn der Heirat zuzustimmen, bringen Josefine dazu, ihrer Cousine nachzureisen. In Schottland gerät sie von einem Problem zum nächsten, doch Gott sei Dank ist der gutaussehende Konditor Aiden immer zur Stelle.

Meine Meinung:
Julia Schwarz liest diese Geschichte und ihre Stimme wurde wirklich perfekt dafür ausgesucht. Sie kann die einzelnen Charaktere sehr gut herausarbeiten und es macht Spaß, ihr zuzuhören.
Die Geschichte an sich dreht sich um die Jagd der Protagonistin nach dem Familienring, sodass der Hörer mit ihr zusammen ihre Abenteuer und Missglücke mit verfolgen kann. Josefine ist als Protagonistin trotz, oder gerade wegen ihrer Fehler, sympathisch, auch wenn man als Hörer natürlich sehenden Auges ihre Fehlentscheidungen und Gefühle besser erkennt, als sie selbst. Sie ändert sich auf ihrer Reise durch Schottland Stück für Stück und während sie anfangs eine kühle Anwältin mit klaren Zielen im Leben ist, die sie niemals aufgeben würde, geht am Ende eine ganz andere Person aus der Sache hervor, die eingesehen hat, was im Leben wirklich zählt. Die weiteren Charaktere tragen zur Geschichte bei: Aiden ist ein wunderbarer Mensch und immer hilfsbereit zur Stelle, wenn Josi ihn benötigt. Josis Familie ist bunt zusammengewürfelt und vor allem ihre schrulligen Tanten sind für so manches Grinsen verantwortlich, das ich während des Hörens hatte. Sie peppen die Geschichte etwas auf.
Die Story baut zwar nie große Spannung auf, aber sie wird auch nie langweilig, sodass man das Hörbuch auch sehr gut neben einer anderen Tätigkeit wie Malen oder Bügeln hören kann.

Fazit:

Lässt sich sehr gut nebenbei hören. Keine neue aber trotzdem schöne Liebesgeschichte mit schottischem Flair und dem Charme einer chaotisch-verrückten Familie

Samstag, 18. Februar 2017

[Rezension] Die Krone der Sterne - Kai Meyer

 
 
Inhalt:
Iniza wohnt in der Galaxis Tiamande. Regelmäßig werden für die Gottkaiserin, die über Tiamande herrscht, Bräute ausgesucht und zu ihr gebracht. Als die Wahl auf Iniza fällt, ist klar: Keiner weiß, was mit den Auserwählten geschieht, Iniza muss fliehen! Zusammen mit ihrem heimlichen Geliebten, dem Hauptmann der Leibgarde, Glanis, trifft sie auf den Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara. Das ungleiche Team begibt sich auf eine rasante Flucht, bei der immer mehr Gegner hinzukommen und viele Hindernisse ihren Weg säumen.

Meine Meinung:
Dies ist das erste Buch von Kai Meyer, das mich nicht vollständig in seinen Bann ziehen konnte. Die Aufmachung, das Cover und sogar abgedruckte Zeichnungen im Inneren sind mal wieder perfekt und ein Blickfang. Leider konnte mich das Genre nicht überzeugen, denn ich lese normalerweise kein Sci-Fi. Vor allem anfangs viel es mir so schwer, in die Geschichte einzutauchen. Die Technik, die neuen Begriffe und fremdartigen Namen haben mich überfordert und ich musste Passagen mehrmals lesen, um sie zu verstehen, da ich kein geübter Leser dieses Genres bin. Das soll keineswegs heißen, dass das Buch nicht gut ist. Der Autor überzeugt mit einem wunderbaren Schreibstil, der besser nicht sein könnte und einer komplexen neuen Welt, auf die sich der Leser einlassen kann. Alles ist so durchdacht und umfangreich aufgebaut, dass es fast schone rstaunlich ist, sich so etwas auszudenken. Die Charaktere haben alle eigene Merkmale, Macken und Qualitäten und passen somit auf verschrobene Art und Weise zusammen. Fast das gesamte Buch über gibt es spannende Verfolgungsjagden und immer neue Abenteuer, die durch Hindernisse ausgelöst werden, die die Charaktere überwinden müssen. Also rundum eigentlich alles gut gelungen.
Trotzdem musste ich mich immer mal wieder überreden wirklich aufmerksam weiterzulesen, die ständige Verfolgungsjagd hat mich eher ermüdet als fasziniert und manchmal war mir alles einfach etwas zu viel.
Fazit:
Ein sehr gutes Buch für Sci-Fi- Fans, meinen Nerv konnte es allerdings nicht richtig treffen.

Sonntag, 12. Februar 2017

[Rezension] Ain't all silver: Ketten aus Gold- Amelia Reyns



Inhalt:
Darren Flax hegt seit seiner gescheiterten Ehe mit seiner Exfrau keine Wünsche mehr Kontakt zu Frauen aufzunehmen. Auf dem Claim verbringt er mit seinen Freunden die neue Goldschürfer-Saison, zumindest bis er ihre neue Köchin Kirby und ihren Sohn Jamie abholen soll. Denn kaum trifft er auf sie wird klar: Kirby hat jede Menge Probleme und brauch Unterstützung. Als Sicherheitschef ist Darren es gewohnt, Probleme zu lösen und nimmt sich der beiden an. Kirby schafft es, die negativen Erfahrungen mit Frauen verblassen zu lassen.
 
Meine Meinung:
Das ungewöhnliche Setting einer Goldmine und die romantische Geschichte konnten mich sofort überzeugen. Dies ist der zweite Teil einer Reihe, den man wirklich unabhängig von dem ersten lesen kann. Auch ich kenne den Vorgänger nicht und habe von Anfang an super in die Geschichte hineingefunden. Darren, aus dessen Sicht die gesamte Geschichte geschildert wird, ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen, denn man fühlt in jedem Gedanken und in jeder Tat, dass er ein aufrichtiger Mensch ist, dem viel an Leuten liegt, die er mag. Je mehr ich aus seiner Sicht gelesen habe, desto mehr mochte ich ihn, sodass ich es fast schon schade fand, dass es nur einen Teil gibt, der um seine Geschichte herum gebaut wird. Kirby bleibt vor allem zu Anfang ein wenig undurchsichtig, was das Interessante an ihrer Beziehung jedoch hervorhebt.
Die Szenerie rund um die Goldmine und die anderen Goldschürfer habe ich bisher noch in keinem Buch erlebt, sodass sich die Thematik hier hervorhebt. Das Setting hat mir hierbei sehr gut gefallen.
Dadurch, dass die Liebesgeschichte und die Probleme, die die Protagonisten bewältigen müssen, sehr kurzweilig sind, hat mich das Buch gut unterhalten, mein Lesefluss wurde nur durch vermehrte Fehler gestört, die mich kurz stocken ließen. Da mir die Charaktere und die Geschichte jedoch so zugesagt haben, hat mich das nicht weiter gestört.
 
Fazit:
Das Rad wurde hier nicht neu erfunden, das Buch bietet aber kurzweilige, romantische Unterhaltung mit einem sympathischen Hauptcharakter.
 
 


Freitag, 3. Februar 2017

[Hörbuchrezension] Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

 
Marc-Uwe Kling wohnt mit einem echten Känguru zusammen. Klingt komisch, ist aber so, denn dieses Känguru kann reden, hat eigene und manchmal etwas verdrehte Ansichten und ist durch und durch liebenswert. In diesem Hörbuch liest der Autor selbst aus seinem Buch vor und erzählt dabei Anekdoten aus dem Leben mit einem verschrobenen Känguru. Dabei sind die Kapitel relativ kurz und beschäftigen sich je mit einer witzigen Geschichte. Diese haben verschiedene Themen und jedes einzelne hat seinen eigenen Charme.
Marc-Uwe Kling selbst liest unglaublich gut und auch seine Imitation des Kängurus an sich ist schon irre komisch. Sich selbst stellt er sehr trocken und ruhig dar und das Känguru eher aufgeregt und mit seiner Stimmer herausstechend, was das Hörvergnügen noch größer macht. 
Wunderbar kurzweilig und so witzig, dass ich mehrmals laut auflachen musste. Ich möchte unbedingt auch die weiteren Vertonungen seiner Bücher hören!
 
Fazit:
Ein absoluter Hörbuchtipp!
 

Dienstag, 3. Januar 2017

[Rezension] Rocky Mountain Lion-Virginia Fox

Inhalt:
Quinn liebt die Wildtiere, die sie auf der Wildtierstation der Lone Wolf  Ranch beobachtet und betreut. Doch eines Tages findet sie heraus, dass illegale Wilderer ihr Unwesen treiben und brutal Wildtiere ermorden, die nicht zur Jagd freigegeben sind. Kurzerhand beschließt sie, ihnen auf die Spur zu kommen. Kein Wunder, dass sie dem neuen Mitarbeiter Archer Miller misstrauisch begegnet. Dieser verhält sich tollpatschig und zeitgleich doch so, als würde er ein Geheimnis vor ihr hüten.

Meine Meinung:
Dies ist der neunte Band einer Reihe, die sich um verschiedene Charaktere in der Kleinstadt Independence in den Rocky Mountains dreht. Ich bin mit diesem Band erst eingestiegen und kannte die Vorgänger vorher nicht. Alle Geschichten sind ineinander abgeschlossen, sodass man nicht gezwungenermaßen mit dem ersten Band anfangen muss, es gibt jedoch so viele Charaktere und neue Namen, sowie Geschichten die schon erzählt wurden, dass es anfangs ein bisschen schwierig wird alle Personen auseinander zu halten, die auch in diesem Band immer wieder Gastauftritte haben. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich allerdings an sie und kann die Eigenarten und Kabbeleien der verschiedenen Charaktere genießen. Was ich schade fand ist die Tatsache, dass schon auf den ersten wenigen Seiten klar wird, welches Geheimnis Archer vor Quinn verbirgt und dass sich die beiden so anziehen finden, dass fast sofort am Anfang des Buches eine Beziehung beginnt. Das nimmt das Knistern zwischen den beiden weg und der Leser kann den Aufbau der Romanze nicht richtig miterleben. Alles geht sehr schnell.

Independence ist eine sympathische Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, man kein Geheimnis für sich behalten kann, weil viel getratscht wird und wo sich gegenseitig geholfen wird. So gut wie jeder Charakter war mir sympathisch und auch Quinn und Archer gehören dazu. Man kann immer wieder neue Leute kennenlernen und wenn einem ein bestimmtes Paar interessiert, lassen sich die Bände auch durcheinander lesen. Mich haben besonders Donovan und Anna, die immer wieder eigene Kapitel haben beispielsweise sehr in ihren Bann gezogen.
 Was mich positiv überrascht hat war, dass die Autorin sich trotz des Genres nicht scheute, die Skrupellosigkeit der Wilderer deutlich zu machen, was die Spannung zwischendurch immer wieder neu angehoben hat.

Fazit:
Für mich hat der stetige Aufbau der Liebesgeschichte gefehlt, trotzdem ist dies ein solider Band, der in einer sympathischen Kleinstadt spielt