Inhalt:
Allysons Leben scheint vorher bestimmt: Abitur mit den besten Noten, eine genau durchgeplante dreiwöchige Europareise und danach das angestrebte Medizinstudium um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Doch am letzten Tag ihrer Rundreise begegnet sie dem Holländer Willem, das komplette Gegenteil ihrer selbst. Zum ersten Mal in ihrem Leben ändert Allyson ihren Plan und geht mit ihm für einen Tag nach Paris. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist Willem verschwunden und mit ihm etwas anderes Wichtiges...
Meine Meinung:
Gayle Forman, bekannt geworden durch den Roman 'Wenn ich bleibe', schreibt hier nun ein Roman-Duo über Allyson und Willem, die sich an einem Tag kennenlernen und dann wieder verlieren. Dieser erste Band erzählt Allysons Geschichte, wobei die Autorin im gesamten Buch sprachlich sehr schöne und poetische Bilder und Metaphern schafft. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist das Thema um William Shakespeare, dessen Werke immer wieder passend zur Geschichte aufgegriffen werden.
Anfangs dreht sich Allysons Geschichte überwiegend um den Tag, den sie mit Willem verbringt und der so ganz anders ist, als der Rest ihres eigentlichen Lebens. Durch Willem wird ihr klar, dass sie in ihrem Leben gewisse Dinge vermisst und sie versucht eben das wiederzufinden. So geht Allyson im Grunde genommen den Großteil des Buches auf die Suche nach sich selbst und Willem rückt bei dieser Thematik immer weiter in den Hintergrund. Wer also eine ausufernde Liebesgeschichte erwartet, könnte hier enttäuscht werden, vor allem, da Willems Charakter das komplette Buch über nicht zu fassen ist. Er ist und bleibt geheimnisvoll.
Allerdings wird der zweite Band 'Und ein ganzes Jahr' aus seiner Sicht geschildert, sodass beide Bücher zusammen erst ein Ganzes ergeben.
Allyson macht eine Entwicklung durch, was mir sehr gut gefallen hat. Zu Anfang ist sie oft so naiv und ängstlich, dass ich nur den Kopf über sie schütteln konnte. Auch dass sie sich nie gegen ihre Helikoptereltern auflehnt, die ihr gesamtes Leben planen, ohne sie auch nur einmal nach ihrer Meinung fragen, war für mich nervenaufreibend. Auf ihrer Reise trifft sie auf viele verschiedene, meist hilfsbereite Menschen, die mit kleinen Gastrollen das Geschehen auflockern und Allyson helfen, sich von ihrem alten Selbst zu lösen.
Fazit:
Durch einen fiesen Cliffhanger am Ende bleibt einem fast schon nichts mehr übrig, als sofort den zweiten Teil aus Willems Sicht lesen zu wollen.
Mittwoch, 30. März 2016
Donnerstag, 17. März 2016
[Rezension] Emma Wagner- Regie führt nur die Liebe
Inhalt:
Schon immer sucht Laura nach ihrer großen Liebe getreu dem Inhalt ihrer geliebten Bollywood-Filme: mit viel Musik, Farben und Romantik soll ihr Traummann daherkommen.
Als sie dann den berühmten Schauspieler Logan White vor dem Ertrinken rettet und er ihr die Worte »Nicht Jahrhunderte, nicht Jahrtausende – nichts kann uns trennen!« zuflüstert, scheint Lauras Glück perfekt zu sein. Bleiben nur noch die Probleme auf der Arbeit mit ihrem Konkurrenten Kai, dass sie ihre beste Freundin Moni notgedrungen in ihrer Wohnung aufnehmen muss und dass sich Logans Manager als gutaussehendes Ekelpaket entpuppt. Und schon hält das Chaos in ihrem Leben und ihren Gefühlen Einzug...
Meine Meinung:
...und an diesem Chaos lässt uns die Autorin Emma Wagner in vollen Zügen teilhaben. Mit ihrem wortgewandten und flüssigen Schreibstil setzt die Autorin den Leser in der verrückten Welt der Protagonistin aus, um mit skurrilen Persönlichkeiten und aberwitzigen Situationen so manchen Lacher hervorzurufen. Im Buch gibt es erstaunlich viele Charaktere, die allerdings alle zur Geschichte passen und diese erst abrunden, sodass ich keine einzige missen wollen würde. Einerseits gibt es die für mich sympathischen Charaktere, wie Lauras Mitbewohner James, ein Brite und durch seine Macken und Sprüche ein äußerst witziger und liebenswerter Mensch oder die urkomische Nachbarin Frau Happ. Andererseits ging mir Lauras beste Freundin Moni, die eine verwöhnte Zicke ist und der es somit gehörig an einer Portion Realitätsbezug der abreitenden Gesellschaft fehlt, sofort auf die Nerven. Daran gewöhnt man sich jedoch im Laufe der Geschichte, einfach weil es noch genug andere komische oder eigenwillige Charaktere gibt, von denen man gerne liest.
Laura selbst verrennt sich immer weiter in die Idee einer Liebe nach Drehbuch und hierbei können sich bestimmt einige Frauen wiedererkennen, denn wem ist es schon nie passiert, dass er sich so in seinen Traumvorstellungen festbeißt, dass er die Realität nicht erkennt?-Genau, nur wenigen!
Das, was mir nicht ganz so gut gefallen hat ist, dass die Protagonistin sich doch so lange an ihre Wunschvorstellungen geklammert hat, was man ein wenig kürzer hätte halten können.
Fazit:
Eine chaotische und verrückte Geschichte und viele gut erarbeitete, witzige Charaktere machen den Charme des Buches aus und geben dem Roman den perfekten Spritzer Komik.
Schon immer sucht Laura nach ihrer großen Liebe getreu dem Inhalt ihrer geliebten Bollywood-Filme: mit viel Musik, Farben und Romantik soll ihr Traummann daherkommen.
Als sie dann den berühmten Schauspieler Logan White vor dem Ertrinken rettet und er ihr die Worte »Nicht Jahrhunderte, nicht Jahrtausende – nichts kann uns trennen!« zuflüstert, scheint Lauras Glück perfekt zu sein. Bleiben nur noch die Probleme auf der Arbeit mit ihrem Konkurrenten Kai, dass sie ihre beste Freundin Moni notgedrungen in ihrer Wohnung aufnehmen muss und dass sich Logans Manager als gutaussehendes Ekelpaket entpuppt. Und schon hält das Chaos in ihrem Leben und ihren Gefühlen Einzug...
Meine Meinung:
...und an diesem Chaos lässt uns die Autorin Emma Wagner in vollen Zügen teilhaben. Mit ihrem wortgewandten und flüssigen Schreibstil setzt die Autorin den Leser in der verrückten Welt der Protagonistin aus, um mit skurrilen Persönlichkeiten und aberwitzigen Situationen so manchen Lacher hervorzurufen. Im Buch gibt es erstaunlich viele Charaktere, die allerdings alle zur Geschichte passen und diese erst abrunden, sodass ich keine einzige missen wollen würde. Einerseits gibt es die für mich sympathischen Charaktere, wie Lauras Mitbewohner James, ein Brite und durch seine Macken und Sprüche ein äußerst witziger und liebenswerter Mensch oder die urkomische Nachbarin Frau Happ. Andererseits ging mir Lauras beste Freundin Moni, die eine verwöhnte Zicke ist und der es somit gehörig an einer Portion Realitätsbezug der abreitenden Gesellschaft fehlt, sofort auf die Nerven. Daran gewöhnt man sich jedoch im Laufe der Geschichte, einfach weil es noch genug andere komische oder eigenwillige Charaktere gibt, von denen man gerne liest.
Laura selbst verrennt sich immer weiter in die Idee einer Liebe nach Drehbuch und hierbei können sich bestimmt einige Frauen wiedererkennen, denn wem ist es schon nie passiert, dass er sich so in seinen Traumvorstellungen festbeißt, dass er die Realität nicht erkennt?-Genau, nur wenigen!
Das, was mir nicht ganz so gut gefallen hat ist, dass die Protagonistin sich doch so lange an ihre Wunschvorstellungen geklammert hat, was man ein wenig kürzer hätte halten können.
Fazit:
Eine chaotische und verrückte Geschichte und viele gut erarbeitete, witzige Charaktere machen den Charme des Buches aus und geben dem Roman den perfekten Spritzer Komik.
Freitag, 26. Februar 2016
[Rezension] Ein Sommer ohne uns-Sabine Both
Inhalt:
Verena und Tom führen seit sie 13 Jahre sind eine glückliche Beziehung. Jeder würde sagen, sie sind füreinander gemacht, doch in der stressigen Zeit des Abiturs kommen plötzlich andere Gedanken auf: Werden die beiden es irgendwann einmal bereuen sich nicht mehr ausprobiert zu haben? Wäre ein anderer Partner nicht spannender? Und welches Abenteuer entgeht ihnen durch die Treue zueinander? Sie beschließen zusammen die drei Monate zwischen Abi und Studium zu nutzen um eine offene Beziehung zu führen. Ob das allerdings so einfach ist, wie es scheint...
Meine Meinung:
Das wunderschön gestaltete Cover und die eher schwierige, aber interessante Thematik haben mich dazu verleitet, dieses Buch unbedingt lesen zu müssen.
Schon zu Beginn fällt auf: Der Schreibstil ist hier sehr kurz angebunden. Es gibt viele kurze Sätze und eher wenig wörtliche Rede. Anfangs stört das nicht allzu sehr, aber im Laufe der Geschichte wurde ich dadurch immer wieder ein wenig in meinem Lesefluss gebremst. Hinzu kommt, dass die Charaktere durch diesen Schreibstil sehr kindlich naiv wirken und auch die Kommunikation miteinander nicht nur der Geschichte wegen fehlt.
Ein schneller Perspektivenwechsel, da die Abschnitte aus Sicht der beiden Protagonisten sich nach kurzer Zeit schon abwechseln, gibt dem Leser einen guten Einblick in beide Seiten der Beziehung. Auf der einen Seite verfolgen wir Tom, der eigentlich glücklich mit der Beziehung zu Verena scheint und auf der anderen Seite Verena, die sich immer mehr Gedanken darüber macht, was sie alles verpasst, wenn sie ihr Leben lang mit ein- und demselben Menschen zusammen ist.
Leider sind die Protagonisten das ganze Buch über eher blass geblieben, einmal aufgrund der wenigen Kommunikation mit den anderen Charakteren, zum anderen, weil -zumindest bei mir- keine mitreißenden Emotionen erzeugt wurden. Es wird beschrieben, dass der eine verletzt ist, oder das ein anderer Sehnsucht spürt, aber mitfühlen konnte ich das nie, ich habe es nur gelesen und als gegeben hingenommen. Dadurch fehlte auch die Verbindung zu den Charakteren, die ein Leser aufbauen könnte.
Wie das eigentliche Hauptproblem dieses Buches, eine offene Beziehung und all ihre Konsequenzen, angesprochen und aufgelöst wurde hat mich dann doch näher an die ungewöhnliche Thematik und ins Nachdenken gebracht. Obwohl ich von vorneherein schon eine Meinung zu diesem Thema hatte, konnte ich diese dadurch nochmal überdenken und verstehe die beiden Protagonisten zumindest zum Teil besser, warum sie diese Entscheidung getroffen haben.
Fazit:
Interessante Thematik und eigentlich gut durchdachte Geschichte, die durch den Schreibstil und die fehlende Emotionsverbindung der Charaktere auf den Leser leider an Stärke verloren hat.
Verena und Tom führen seit sie 13 Jahre sind eine glückliche Beziehung. Jeder würde sagen, sie sind füreinander gemacht, doch in der stressigen Zeit des Abiturs kommen plötzlich andere Gedanken auf: Werden die beiden es irgendwann einmal bereuen sich nicht mehr ausprobiert zu haben? Wäre ein anderer Partner nicht spannender? Und welches Abenteuer entgeht ihnen durch die Treue zueinander? Sie beschließen zusammen die drei Monate zwischen Abi und Studium zu nutzen um eine offene Beziehung zu führen. Ob das allerdings so einfach ist, wie es scheint...
Meine Meinung:
Das wunderschön gestaltete Cover und die eher schwierige, aber interessante Thematik haben mich dazu verleitet, dieses Buch unbedingt lesen zu müssen.
Schon zu Beginn fällt auf: Der Schreibstil ist hier sehr kurz angebunden. Es gibt viele kurze Sätze und eher wenig wörtliche Rede. Anfangs stört das nicht allzu sehr, aber im Laufe der Geschichte wurde ich dadurch immer wieder ein wenig in meinem Lesefluss gebremst. Hinzu kommt, dass die Charaktere durch diesen Schreibstil sehr kindlich naiv wirken und auch die Kommunikation miteinander nicht nur der Geschichte wegen fehlt.
Ein schneller Perspektivenwechsel, da die Abschnitte aus Sicht der beiden Protagonisten sich nach kurzer Zeit schon abwechseln, gibt dem Leser einen guten Einblick in beide Seiten der Beziehung. Auf der einen Seite verfolgen wir Tom, der eigentlich glücklich mit der Beziehung zu Verena scheint und auf der anderen Seite Verena, die sich immer mehr Gedanken darüber macht, was sie alles verpasst, wenn sie ihr Leben lang mit ein- und demselben Menschen zusammen ist.
Leider sind die Protagonisten das ganze Buch über eher blass geblieben, einmal aufgrund der wenigen Kommunikation mit den anderen Charakteren, zum anderen, weil -zumindest bei mir- keine mitreißenden Emotionen erzeugt wurden. Es wird beschrieben, dass der eine verletzt ist, oder das ein anderer Sehnsucht spürt, aber mitfühlen konnte ich das nie, ich habe es nur gelesen und als gegeben hingenommen. Dadurch fehlte auch die Verbindung zu den Charakteren, die ein Leser aufbauen könnte.
Wie das eigentliche Hauptproblem dieses Buches, eine offene Beziehung und all ihre Konsequenzen, angesprochen und aufgelöst wurde hat mich dann doch näher an die ungewöhnliche Thematik und ins Nachdenken gebracht. Obwohl ich von vorneherein schon eine Meinung zu diesem Thema hatte, konnte ich diese dadurch nochmal überdenken und verstehe die beiden Protagonisten zumindest zum Teil besser, warum sie diese Entscheidung getroffen haben.
Fazit:
Interessante Thematik und eigentlich gut durchdachte Geschichte, die durch den Schreibstil und die fehlende Emotionsverbindung der Charaktere auf den Leser leider an Stärke verloren hat.
Montag, 18. Januar 2016
[Rezension] Regenbogenzeit-Julia K. Stein
Inhalt:
Freiwillig hätte die 17- Jährige Leda niemals ein Praktikum in dem großen Schlachthausbetrieb angenommen. Doch um das Geheimnis um den Tod ihrer Mutter zu lüften, die genau hier -und Ledas Meinung nach wegen dieser Firma- gestorben ist, muss Leda ihren Sommer in einem kleinen traurigen Dorf verbringen. Es gibt nicht viel zu tun, doch als sie den Amerikaner Silas kennenlernt, hellen sich die Sommertage merklich auf und Leda beginnt einen Sommerflirt. Doch je länger die beiden zusammen sind, desto mehr Dinge kommen ans Licht, bei denen sich vor allem Silas sich aks ein anderer herausstellt, als er eigentlich zu sein schien.
Meine Meinung:
Schon der Klappentext lässt die eher ungewöhnliche Thematik des Buches erahnen. Die Mischung aus Jugendromanze und Krimi, die um einen Schlachthausbetrieb herum aufgebaut ist, ist jedenfalls alles andere als gewöhnlich.
Leider kam für mich der Romanzen-Teil zu kurz, vor allem am Anfang war der Einstieg in die Geschichte etwas holprig, da die Treffen Ledas mit Silas sehr kurz abgehandelt wurden und es gefühlstechnisch zwischen den Beiden sehr schnell ging.
Die Umgebung, in der sich die Protagonisten treffen ist beklemmend, passend jedoch zum Krimi-Anteil des Buches und somit sehr gut gewählt. Hinzu kommt, dass der bildliche Schreibstil es einem leicht macht, sich die Menschen im Dorf und die Umgebung genau vorzustellen. Überhaupt fand ich die Stimmung, die verströmt wurde gut, es war passend.
Die Nebencharaktere waren auch passend gewählt, allerdings hat mir hier ein bisschen der Bezug gefehlt, da sie neben der Protagonistin einfach verblasst sind. Das finde ich schade, da vor allem in den bösen Nebencharakteren mehr Potenzial zur Spannung gesteckt hätte.
Außerdem gibt es da noch die ungewöhnliche Thematik des Fleischkonsums, ein sehr aktuelles Thema, das hier interessant, aber keinesfalls belehrend mit eingebaut wurde.
Fazit:
Zusammenfassend ist Julia K. Stein ein solides Jugendbuch gelungen, dass ein wenig Potenzial eingebüßt hat, mich aber dennoch unterhalten und an manchen Stellen auch fesseln konnte.
Freiwillig hätte die 17- Jährige Leda niemals ein Praktikum in dem großen Schlachthausbetrieb angenommen. Doch um das Geheimnis um den Tod ihrer Mutter zu lüften, die genau hier -und Ledas Meinung nach wegen dieser Firma- gestorben ist, muss Leda ihren Sommer in einem kleinen traurigen Dorf verbringen. Es gibt nicht viel zu tun, doch als sie den Amerikaner Silas kennenlernt, hellen sich die Sommertage merklich auf und Leda beginnt einen Sommerflirt. Doch je länger die beiden zusammen sind, desto mehr Dinge kommen ans Licht, bei denen sich vor allem Silas sich aks ein anderer herausstellt, als er eigentlich zu sein schien.
Meine Meinung:
Schon der Klappentext lässt die eher ungewöhnliche Thematik des Buches erahnen. Die Mischung aus Jugendromanze und Krimi, die um einen Schlachthausbetrieb herum aufgebaut ist, ist jedenfalls alles andere als gewöhnlich.
Leider kam für mich der Romanzen-Teil zu kurz, vor allem am Anfang war der Einstieg in die Geschichte etwas holprig, da die Treffen Ledas mit Silas sehr kurz abgehandelt wurden und es gefühlstechnisch zwischen den Beiden sehr schnell ging.
Die Umgebung, in der sich die Protagonisten treffen ist beklemmend, passend jedoch zum Krimi-Anteil des Buches und somit sehr gut gewählt. Hinzu kommt, dass der bildliche Schreibstil es einem leicht macht, sich die Menschen im Dorf und die Umgebung genau vorzustellen. Überhaupt fand ich die Stimmung, die verströmt wurde gut, es war passend.
Die Nebencharaktere waren auch passend gewählt, allerdings hat mir hier ein bisschen der Bezug gefehlt, da sie neben der Protagonistin einfach verblasst sind. Das finde ich schade, da vor allem in den bösen Nebencharakteren mehr Potenzial zur Spannung gesteckt hätte.
Außerdem gibt es da noch die ungewöhnliche Thematik des Fleischkonsums, ein sehr aktuelles Thema, das hier interessant, aber keinesfalls belehrend mit eingebaut wurde.
Fazit:
Zusammenfassend ist Julia K. Stein ein solides Jugendbuch gelungen, dass ein wenig Potenzial eingebüßt hat, mich aber dennoch unterhalten und an manchen Stellen auch fesseln konnte.
Danke an die Autorin Julia K. Stein für dieses Rezensionsexemplar!
Mittwoch, 30. Dezember 2015
[Rezension] Coherent - Laura Newman
Inhalt:Die 17-Jährige Sophie entwickelt seit dem Tod ihrer Eltern eine unglaubliche Gabe, sie kann sich nämlich ganz ohne Medien mit dem Internet verbinden und all das tun, was man auch mit Computer, Smartphone oder Tablet tun kann. Diese einzigartige Gabe fasziniert nicht nur, sie birgt auch Gefahren. Spätestens als Sophie vor einer Geheimorganisation quer über den halben Globus flüchten muss wird ihr klar: Es steckt viel mehr hinter ihren Fähigkeiten als sie anfangs dachte. Nun muss sie ihrer Vergangenheit auf die Spur kommen und das unter lebensbedrohlichen Bedingungen.
Meine Meinung:
Als ein großer Fan der Nachtsonne-Chroniken von Laura Newman stand meine Entscheidung, auch dieses Buch zu lesen felsenfest. Schon von Anfang an war klar, dass mich auch dieses Buch wieder nicht enttäuschen wird. Der Einstieg fällt sehr leicht, die Handlung beginnt unmittelbar ohne sich groß mit langatmigen Erklärungen aufzuhalten.
Im Vergleich mit den Nachtsonne-Büchern fällt auf, dass Newman ihren Schreibstil an das jeweilige Bücher-Milieu anzupassen scheint, denn irgendwie ist hier ihr Stil anders, jedoch genauso gut und eben passend zur Geschichte. Es konnte mich von Anfang an fesseln und die beiden Hauptcharaktere, Sophie und Jean, sind mal wieder sehr gut gelungen. Sophie ist eine toughe und doch jugendlich gehaltene Protagonistin, die ich im realen Leben wahrscheinlich gerne als Freundin hätte.
Die Geschichte um Sophies Fähigkeiten wurde plausibel ausgearbeitet und war sehr interessant zu erleben, da Newman (wie auch schon in ihren Nachtsonne-Büchern) wieder eine aktuelle Thematik aufgreift, hier beispielsweise die Frage wie weit man im Sinne der Wissenschaft und Technologie gehen darf, und diese Thematik in die fiktionale Ebene überträgt. Auch dieser Teil war sehr gelungen, denn ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, das etwas an den Haaren herbeigezogen wäre.
Hinzu kommt, dass die Spannung sich immer weiter gesteigert hat und ich beinahe an den Seiten geklebt habe um endlich zu erfahren, was aus Sophie wird.
Fazit:
Auch mit 'Coherent' hat Laura Newman es geschafft, mich von ihr zu überzeugen. Je mehr Bücher sie auf den Markt bringt, desto mehr entwickelt sie sich zu einer meiner Lieblingsautorinnen, denn hier geht Quantität nicht auf Kosten der Qualität!
Mittwoch, 4. November 2015
[Rezension] Young World-Chris Weitz
Inhalt:Ein Virus hat die Menschheit ausgerottet und übrig bleiben nur Jugendliche, die bei Eintritt in die Volljährigkeit von diesem Virus eingeholt werden.
In einer Welt ohne Erwachsene, ohne Regeln und Gesetze haben sich die Jugendlichen zu Clans formiert um ihr Überleben zu garantieren. Als es einen Hinweis auf ein Gegenmittel der Krankheit gibt, macht sich Jefferson, unfreiwilliger Führer des Washington Square Clans, auf die Suche nach eben jenem. Mit seinen Freunden trifft er außerhalb seines vertrauten Clans immer wieder auf Gefahren und tödliche Hindernisse und doch bleibt in ihm die eine Hoffnung: Die Rettung der Menschheit.
Meine Meinung:
Was erstmal wie eine interessante, wenn auch nicht innovative Idee klingt, wurde in diesem Buch leider weniger spannend verarbeitet. Das Buch ist aus Sicht zweier Protagonisten geschrieben, nämlich Jefferson, der Clanführer und Donna, in die er sich verliebt hat. Beide werden durch verschiedene Schriftarten abgegrenzt, denn auch ihre Sichtweisen und Charaktereigenschaften gleichen sich nicht im Geringsten. Während Jefferson ein sehr besonnener und nachdenklicher Mensch ist, der mindestens genauso einfühlsam, beinahe schon introvertiert wie auch gebildet ist, verhält es sich mit Donna anders. Sie ist laut, herausfordernd und flucht wie ein Rohrspatz. Was für den Autor wahrscheinlich zwei Charaktere waren, die mit einer herannahenden Apokalypse der Menschheit anders umgehen, war für mich ,,lese ich gerne'' und ,,ist mir unsympathisch''. Denn auch wenn ich Donnas harte Schale und ihren dann doch weichen Kern verstehe, fand ich sie oft einfach nur kindisch und pubertär und somit schwierig zu mögen.
Alle anderen Charaktere bleiben leider eher wenig greifbar, da sie einfach wenig vorkommen oder nicht richtig definiert wurden. Das hat mir sehr gefehlt, denn dadurch wurden sie viel zu nebensächlich und farblos.
Der Schreibstil des Autors hat mir ganz gut gefallen, und ich denke, dass dieses Buch als Verfilmung wahrscheinlich wesentlich spannender umgesetzt worden wäre. Die Idee zur Dystopie ist zwar nicht neu, hat mich auf dem Klappentext jedoch angesprochen und neugierig gemacht. Leider hat es für mich ein bisschen bei der Umsetzung geholpert.
Fazit:
Leider konnten meine Erwartungen nicht ganz erfüllt werden und die Charaktere blieben zu farblos.
Die Idee dahinter wäre zu mehr gut gewesen.
Sonntag, 20. September 2015
[Rezension] Ohne Ziel ist der Weg auch egal - Michaela Grünig
Inhalt:Lenja würde alles tun um ihren Traummann Ben, der sich gerade von ihr getrennt hat, zurück zu erobern; sogar als 76-jährige Kunsthändlerin Karla Mayer in das noble Seniorenheim einziehen, in dem Ben nun arbeitet. Sie hat sich bestens auf ihre Rolle vorbereitet, indem sie sich eine fingierte Lebensgeschichte und das Aussehen einer älteren Dame zugelegt hat, doch auf eines war sie nicht gefasst: Im Seniorenstift trifft sie auf allerhand gewitzte Persönlichkeiten, die es ihr schwer machen, ihre Tarnung beizubehalten. Doch alles was Lenja will ist ihren Ben wieder zu haben.
Meine Meinung:
Wir treffen hier auf Lenja, eine Protagonistin, die allein wegen ihrer verrückten Ideen und Gedanken schon ein unglaublich humorvoller Charakter ist. Hat Lenja sich einmal etwas in den Kopf gesetzt, setzt sie sich gnadenlos durch indem sie alle widrigen Umstände aus der Welt schafft. Sie muss in den Seniorenstift einziehen um an den Arzt, also ihren Exfreund, heranzukommen? Na dann nutzt sie eben ihr mehr oder weniger vorhandenes schauspielerisches Talent und die Fähigkeiten ihrer Maskenbildner-Freundin und schon kann sie dort als alte Dame agieren.
Allein schon die Idee zwischen Senioren zu wohnen gibt genug Potenzial für viele komische Situationen und charmante Nebendarsteller, das die Autorin auch gut genutzt hat. Während des gesamten Buches habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, habe mitgefiebert, gelacht und den Kopf über die sture Lenja geschüttelt. Manchmal wollte ich sie einfach nur schütteln um ihr die Augen zu öffnen, aber genau das sollte bei dieser Geschichte so sein.
Auch die Nebencharaktere sind wunderbar gelungen, stimmig und passen sehr gut zur spritzigen Geschichte.
Dabei ist der Schreibstil von Michaela Grünig so eloquent und gelungen, das wirklich keine Wünsche offen bleiben.
Fazit:
Witzig, unterhaltend und mit viel Charme konnte mich dieses Buch wieder einmal von Michaela Grünig überzeugen.
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