Mittwoch, 9. Mai 2018

[Rezension] Schwestern für einen Sommer - Cecilia Lyra

 
Inhalt:
Seit einem tragischen Vorfall vor 14 Jahren haben sich die Halbschwestern Cassie und Julie kaum gesprochen. Dabei waren sie in den Sommern, die sie bei ihrer Großmutter am Strand verbracht haben, die größten Vertrauten. Anlässlich ihres Testaments müssen die Schwestern einen Sommer gemeinsam im Haus ihrer Nana in den Hamptons verbringen. Werden sie sich die schlimmsten Geheimnisse verzeihen oder die andere für immer verlieren? Und können sie den letzten Wunsch ihrer Großmutter erfüllen, die sich nichts sehnlicher wünschte, als dass die beiden ihren Zwist beilegen?
 
Meine Meinung:
Mit ca. 600 Seiten kommt dieser Sommer-Roman relativ dick daher. Da wundert es auch nicht, dass man vor allem in der Mitte manches hätte kürzen können.
Aber kommen wir erstmal zu den Basics: Das Buch erzählt die Geschichte aus den Perspektiven von Julie und Cassie, die unterschiedlicher nicht sein könnten, was durch die Perspektivwechsel deutlich wird. Cassie ist vermeintlich stark und selbstständig und hat sich schon als Kind vorgenommen, nie zu heiraten. Julie hingegen ist romantisch veranlagt, versucht es allen Recht zu machen und erfindet ihre eigenen Märchengeschichten. Dieser liebenswerte Spleen findet auch Platz in ihren Kapiteln, was ich sehr süß fand. Gestört haben mich aber ihre "Randnotizen, die sich immer wieder in Klammern im Fließtext wiederfinden. Dies hätte man nicht als Randnotiz erwähnen müssen, denn so störte es eigentlich nur beim Lesen.
Der Schreibstil ist nicht zu seicht, aber locker genug, um beim Lesen zu entspannen und die Geschichte einfach auf sich wirken lassen zu können, was gut zum Roman passt.
Der ständige Kleinkrieg zwischen dem Schwestern, dem man als Leser bewohnen muss, zehrt irgendwann an den Nerven, vor allem da die Annäherung sich lange dahinzieht. Als sie dann da ist, kommt sie fast schon zu plötzlich und zu einfach, macht das Klima aber wesentlich angenehmer.
Auch die Nebencharaktere werden nicht vernachlässigt, da sie durch die ständigen Rückblenden und Erzählungen der Protagonisten lebendig werden, auch wenn sie keine große Rolle im Roman spielen. Vor allem die Negativen dieser Sorte wirken nicht zu blass und können einen schon einmal auf die Palme bringen mit ihrem Verhalten.
Ich konnte nicht jede Sichtweise verstehen, wollte einzelne Charaktere manchmal durchschütteln und auch wenn Klischees vorhanden waren, hat mich das erstaunlicherweise doch nicht gestört, denn trotz dieser eher negativen Punkte, fesselt das Buch den Leser auf seine eigene Art. Trotz alledem hätten in der Mitte ca. Seiten weggelassen werden können, um es etwas knackiger zu machen.
 
Fazit:
Ein schöner Sommer-Roman über Familie, Liebe und eine tiefe Freundschaft zweier Schwestern. Konnte mich überzeugen!
 
 
 
 Achtung: Dieses Buch erscheint erst am 23.05.2018! Danke an den Fischer-Verlag für dieses Leseexemplar!

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