Samstag, 1. April 2017

[Rezension] Chosen:Die Bestimmte - Rena Fischer

Inhalt:
Schon lange weiß Emma um ihre besonderen Fähigkeiten, die sie vor normalen Menschen verstecken muss. Doch nach einem tödlichen Unfall ihrer Mutter ändert sich ihr Leben schlagartig. Sie muss umziehen, wird auf ein Internat geschickt, dass nur begabte junge Menschen mit besonderen Gaben besuchen und gerät zwischen die Fronten zweier verfeindeter Parteien. Wem sie trauen kann und wem nicht, muss sie selbst herausfinden, denn jeder versucht, sie auf seine Seite zu ziehen.
 
Meine Meinung:
Dieses Debüt von Rena Fischer hat mir eine Rezension etwas schwer gemacht, da dieses Buch ein zweischneidiges Schwert für mich ist. Auf der einen Seite gibt es klare Schwachpunkte für mich, auf der anderen Seite gibt es aber auch klare Pluspunkte, weswegen auch die Bewertung so ausfallen wird.
Das Buch spielt in Irland, was mich als bekennenden Irlandfan sehr gefreut hat. An den Namen der Charaktere kann man dies auch erkennen, leider hat mir ein bisschen die Atmosphäre der irischen Natur gefehlt, was jedoch nicht weiter schlimm ist.
Der Anfang war ein kleiner Kampf für mich, denn die Kapitel sind so kurz, teilweise nur 2 Seiten, dass gerade dann, wenn sich eine Situation aufgebaut hat, diese abgebrochen wurde, um auf eine neue einzugehen. Dies soll, laut Autorin, die vielen schnellen und kurzen Eindrücke der Protagonistin widerspiegeln, die anfangs auf sie einprasseln. Dieses Mitgefühl des Lesers hätte meiner Meinung nach deutlich besser durch Gefühlsbeschreibungen und Gedanken erreicht werden können. So war bei mir eher das Gegenteil der Fall: Ich war genervt und konnte keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Nach ca. hundert Seiten ändert sich das jedoch, denn die späteren Kapitel haben die richtige Länge, sodass auch Spannung aufgebaut werden kann.
Nach dem eher schlechten Anfang liest man sich durch eine kurzweilige und interessante Geschichte, verfolgt die Protagonistin Emma bei ihren Abenteuern, die teilweise sehr actionreich sind. Gerade dann wenn man zu Ruhe kommt, passiert etwas Neues und das hat mir gut gefallen.
Es gibt Rückblenden aus der Sicht von Emmas Mutter, die in der Vergangenheit spielen, was den Plot sehr gut ergänzt, ohne dass es dem Leser anfangs zu viel verrät. Auch diese sind demnach gelungen.
Kommen wir zur Protagonistin. Auch hier wieder ein zweischneidiges Schwert: Die meiste Zeit plappert sie immer der jeweiligen Partei nach, mit der sie Kontakt hat, wirkt daher unsicher in ihrer eigenen Meinung und etwas naiv. Die wenigen Anflüge von Charakterstärke konnten diesen Eindruck leider nicht mehr retten. Auch wenn sie mir somit nicht ganz so sympathisch war, hat mich das bei der Geschichte aber nicht so gestört, dass ich nicht hätte weiterlesen wollen denn es gibt andere Charaktere, wie Jared und ihr Vater Jacob, sowie Farran, die so interessant sind, dass man gerne mehr über sie erfahren möchte.
Ein großer Pluspunkt, den ich am Ende noch nennen möchte, ist, dass von Anfang an nicht profiliert wird, wer gut und wer böse ist. Die Eindrücke wechseln immer wieder und zusammen mit Emma kann sich der Leser bis zum Ende nie sicher sein, wer nun der Böse ist und alle Fäden zieht.
 
 
Fazit:
Hält man den eher nicht guten Anfang der Geschichte durch, kann man mit einem weiteren gelungen Verlauf des Plots mit Spannung und interessanten Wendungen belohnt werden.
 
 

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