Montag, 1. Juli 2019

[Rezension] Glück und los: Lina und die Sache mit den Wünschen - Dagmar Bach


Inhalt:
Schon als Lina klein war, war sie überzeugt, sie sei eine echte Glücksbringerin und könne Wünsche erfüllen. Jetzt, mit 15 Jahren möchte sie ein letztes Mal versuchen, die Wünsche Anderer wahr werden zu lassen, doch das endet oft in Chaos und vor allem Verwirrung bei Lina. Und dann ist da auch noch ihre neue Patchworkfamilie, die sich einleben muss und weitere Unruhe stiftet. Doch für Lina steht fest: Sie möchte erstmal nicht aufgeben, auch wenn sie nicht weiß, was genau ihr dabei hilft, Glück zu bringen - noch nicht. Und so stolpert sie von einem Abenteuer ins nächste.

Meine Meinung:
Es fängt schon damit an, dass Lina eine absolut süße Protagonistin ist, die man nur gern haben kann. Sie ist etwas tollpatschig, aber auch loyal, gewissenhaft, freundlich und somit absolut liebenswert. Sie achtet darauf, andere nicht zu verletzen und will Gutes tun. Da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, findet man sich sehr gut in sie ein.
Zudem gibt es viele tolle Nebencharaktere, die ihren eigenen Charme haben, egal ob Nachbarn, Freunde oder Linas Familienmitglieder. Sie zaubern alle ein rundes Bild und man fühlt sich rundum wohl in dem Setting.
Die Autorin schafft es mit den Charakteren und den Dialogen sehr viel Herz zwischen die Seiten zu packen, was mir wirklich gut gefallen hat. Dies ist der Auftakt einer Reihe und auch wenn ich normalerweise eher Kinderbücher für ganz Kleine lese, kann ich es nicht erwarten, dass der zweite Teil herauskommt.
Dagmar Bach hat einen flüssigen Schreibstil der sehr gut zur Art des Buches passt und die Wohlfühl-Aura weiter verstärkt. 
An wenigen Stellen hat man gemerkt, dass die Adressaten eher junge Mädchen sind, da sich Linas Probleme natürlich überwiegend um Schule, das erste Verliebtsein und ihre Familie dreht. Erwachsene erinnern sich hierbei vielleicht nostalgisch an diese Zeit, werden sich aber nicht mehr zu 100% damit identifizieren können, was völlig normal ist. Das ist auch mir aufgefallen, auch wenn ich es trotzdem genossen habe und auch weiterhin genießen werde, an Linas Leben teilzuhaben.

Fazit:
Charmantes Kinder- und Jugendbuch mit einer zauberhaften Protagonistin und einer süßen Geschichte.



Donnerstag, 20. Juni 2019

[Rezension] Hetty Flattermaus fliegt hoch hinaus - Annette Roeder

Hetty ist eine neugierige Fledermaus, die nicht immer auf ihre Mutter hören möchte und dieselben Ängste, Gedanken und vor allem die gleiche Abenteuerlust verspürt, wie viele Kinder auch. Ihre Mama Hulda möchte sie beschützen und erzählt ihr gruselige Geschichten von außerhalb ihres Heims und doch kann nichts die kleine Hetty aufhalten, immer wieder mit ihren Freunden neue Abenteuer zu erleben.

Durch die kreative Sprache, die zu den tierischen Charakteren passt und die Situationen, die sich auf das menschliche Leben übertragen lassen, kann man sich gut mit Hettys Abenteuern identifizieren und Kinder können auch etwas wichtiges daraus mitnehmen. Hettys Erlebnisse sind phantasievoll zusammengestellt und machen Kindern genauso viel Spaß wie Erwachsenen, sodass sie sich hervorragend zum Vorlesen eignen.
Es gibt zudem niedliche Illustrationen, die nicht zu viel Platz einnehmen und doch präsent sind.
Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die sehr gut ineinander überlaufen, sodass das Vorlesen an mehreren Tagen kein Problem ist.
Insgesamt ein tolles Kinderbuch mit supersüßen Charakteren!


Das Buch erscheint am 29.07.2019. 
Danke an den cbj-Verlag für dieses Rezensionsexemplar (Dies beeinflusst meine Meinung nicht)



Montag, 10. Juni 2019

[Rezension] Underground Kings: Kai - Aurora Rose Reynolds

Inhalt:
Kai gehört zu einer der einflussreichsten Familien in der Umgebung und doch hat er eine Schwachstelle: Myla, die er seit ihrer Kindheit zu beschützen versucht.
Myla hat ihre Eltern verloren, als diese sie wegschickten um sie zu schützen und doch hat sie Schlimmes erlebt. Da bietet ihr Kai an, sie in seine Familie aufzunehmen und was als geschäftliche Abmachung beginnt, wird bald emotionale Realität. Für beide scheint es eine schöne Zukunft zu geben, doch natürlich ist Kai nun viel angreifbarer, was auch seine Feinde ausnutzen wollen.


Meine Meinung:
Das Buch hat nur 239 Seiten, sodass ich mich darauf eingestellt habe, dass Manches zu kurz kommen könnte. Und es gibt auch einige Stellen, die mehr wie Momentaufnahmen wirken und nicht wie eine zusammenhängende Geschichte. Schon zu Beginn kommt es einem vor, als hätte man wichtige Informationen verpasst: Man wird unvorbereitet vor vollendete Tatsachen gestellt und fragt sich, wie genau es für die Protagonistin Myla überhaupt zur Ausgangssituation kommen konnte und warum sich Kai überhaupt solche Mühe gibt, sie zu beschützen. Mit Verlauf der Story wird einiges klarer und man kann es sich als Leser auch erschließen, zu Beginn hingegen gibt das einem das Gefühl, als hätte man mitten im Buch und nicht am Anfang angefangen zu lesen. 
Die Gefühle, die Kai gegenüber Myla hat, muss man als gegeben ansehen, da diese sich bei ihm nicht wirklich entwickeln, sondern da sind. Myla hingegen macht eine Entwicklung als Charakter durch, was ich angenehm fand, weil man hier nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Sie war auch für mich der zugänglichste Charakter im Buch.
Die Nebencharaktere sind teilweise interessant, haben aber oft nicht die Chance, wirklich in die Geschichte eingebracht zu werden. Diese Chance wurde leider vertan.
Sieht man einmal davon ab, dass viele Szenen etwas abgehackt wirken, eben durch den Schreibstil und den Umfang des Buches, liest sich das Buch trotzdem schnell und kurzweilig. Emotional gesehen war manches vorhanden, andererseits hat mir auch einiges gefehlt und ich habe nicht so mitgefühlt, wie ich es gerne gehabt hätte. Ein paar mehr Seiten hätten dem Buch meiner Meinung nach gut getan.

Fazit:
Ich habe mehr erwartet. Wer kurze Unterhaltung sucht und dabei nicht auf einer umfangreichen Ausarbeitung der Geschichte besteht, kann hier richtig sein.



Vielen Dank an den Verlag und Netzwerk-Agentur-Bookmark für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 2. Juni 2019

[Rezension] Irresistible - Lex Martin

Inhalt:
Da Ethan mit zwei Kindern und seiner Ranch genug zu tun hat, sucht er eine Nanny für seine Kinder. Dabei kann er es eigentlich gar nicht gebrauchen, dass Tori Duncan frech und gutaussehend ist und sich seine Launen so gar nicht gefallen lassen will. Aber sie findet sofort Zugang zu seinem Sohn und seiner Tochter und Ethan bleibt nichts anderes übrig, als sie für den Sommer einzustellen. Schließlich leiden seine Kinder immer noch unter der Trennung ihrer Eltern und brauchen mehr Positives in ihrem Leben. Und obwohl sich die beiden näher kommen, holt ihre Vergangenheit Ethan und Tori immer wieder ein.



Meine Meinung:

Ich liebe den Schreibstil, die Dynamik zwischen den Charakteren und das Setting!
Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen, weswegen ich auch innerhalb von zwei Tagen das gesamte Buch durchgelesen habe. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören, weil so ziemlich alles gepasst hat.
Die Charaktere waren mir beide supersympathisch, auch wenn ihr Kennenlernen schnell klischeehaft und übertrieben hätte wirken können. Ethan ist ein ganz toller Vater, der alles für seine Kleinen tut und dabei auch seine Pflichten auf der Ranch nicht vernachlässigt. Mir ging richtig das Herz auf, weil man merkt, dass er immer sein Bestes versucht. Beide Kinder sind aufgeweckt und freundlich und bringen einen lebendigen Touch in die Geschichte ein. Tori ist eigentlich eine süße Protagonistin, auch wenn mich ihre Unsicherheiten an mancher Stelle minimal (aber wirklich nur minimal) genervt haben. Ja, sie hat vielleicht ein paar Fehler in ihrem Leben begangen und musste das dann beispielsweise mit einem gebrochenen Herzen ausbaden, aber sie ist lange nicht unfähig, was sie oft zu glauben scheint. Das war aber auch das einzige, was mich gestört hat.

Zudem mag ich das Setting auf der Pferderanch total, weil man direkt ein Bild im Kopf hat: Einen Stall mit viel Land umgeben und Cowboys auf Pferden, die sie einreiten. So fällt es auch nicht schwer, in die Charaktere und die Geschichte insgesamt einzutauchen.

Fazit:
Toll ausgearbeiteter Roman, den ich für unterhaltsame Lesestunden sehr empfehlen kann.


Sonntag, 19. Mai 2019

[Rezension] Cecilia: Wenn die Wahrheit Schatten wirft - Anna Nigra


Inhalt:
Cecilia muss sich ohne ihre Familie in Amerika einleben. Ihre Entführung deckt so einige Geheimnisse und Wahrheiten auf, die sie nie für möglich gehalten hätte. Haben Noran und Elias sie überhaupt je wirklich geliebt oder war alles Teil einer politischen Intrige? Cecilias Herz ist gebrochen, sie ist tieftraurig und fühlt sich verraten. Und doch muss sie stark sein, um ihre Familie aus den Fängen von König Julius von Europa zu befreien. Dabei würde sie auch jederzeit ihr Leben riskieren...

Meine Meinung:
Anna Nigras Schreibstil ist so flüssig, dass man fast schon nicht anders kann, als ihre Bücher gut zu finden, selbst wenn man über die Geschichte unterschiedliche Meinungen haben kann.
Der erste Teil der Reihe hat mich so überzeugt, dass ich sehnsüchtig auf diesen zweiten Teil gewartet habe, der mich letztendlich auch nicht enttäuscht hat.
Wir treffen Cecilia als Protagonistin aus dem ersten Teil wieder an, wobei zusätzliche die Perspektive ihrer Schwester hinzukommt. Dies ist eine schlaue Lösung um gleichzeitig die Geschehnisse in Amerika, aber auch die Entwicklungen in Europa zu beleuchten, da die Schwestern zu Beginn schon getrennt sind.
Cecilia findet mehr über sich und ihre Familie, politische Intrigen und das Machtstreben Europas heraus und muss zwischen all den Problemen und neuen Begegnungen ihre eigene Identität finden. So begleitet der Leser diesmal eine etwas rebellischere junge Frau, die alles für ihre Familie tun würde und lernt, für sie und für sich selbst einzustehen. Cecilia hat also eine Entwicklung zwischen den beiden bisherigen Teilen und auch innerhalb dieses Buches durchlaufen, die interessant zu verfolgen war. Das ist auch eines der größten Themen im Buch, denn die Handlung besteht zum großen Teil aus der Vorbereitung der Rettung ihrer Familie.
Kleine Kritikpunkte, die mir aufgefallen sind, ist die Naivität eines Charakters, die mich doch hat den Kopf schütteln lassen und ein paar kleine Klischees, die auf Charaktere oder Situationen übertragen wurden. Das kann man der Autorin aber ohne Weiteres verzeihen, wenn man bedenkt, welche tollen Charaktere, spannende Schauorte und flüssigen Sätze sie erschaffen hat. Insgesamt wirkte der zweite Teil für mich etwas wie eine Vorbereitung für das Ende und als Sprungbrett für Teil 3, was nicht direkt schlecht ist, einen aber noch gespannter auf den nächsten Band der Reihe macht.
Auch die Emotionen fehlen nicht, man empfindet Hass, Mitgefühl und Vieles ist nicht so typisch vorhersehbar wie in vergleichbaren Jugendbüchern. Diese Reihe sollte viel bekannter sein!

Fazit:
Ein würdiger Nachfolger für Teil 1, etwas schwächer und doch absolut lesenswert.


Sonntag, 12. Mai 2019

[Rezension] Cry Baby: Scharfe Schnitte - Gillian Flynn

Inhalt:
In ihrer Heimat werden zwei Kinder ermordet und Camille soll einen Artikel für ihre Zeitung dafür schreiben. Dafür muss sie vor Ort recherchieren und kehrt dafür nach Wind Gap zurück, wo sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Schon immer herrschte ein toxisches Verhältnis in ihrer Familie und nun bleibt Camille nichts anderes übrig, als sich den Geistern ihrer Kindheit zu stellen, die nicht nur Grausamkeit verbreiten, sondern auch töten können.
 
 
 
Meine Meinung:
Gillian wurde vor allem durch "Gone Girl" und der Verfilmung dazu bekannt. "Cry Baby" ist ihr erstes Buch.
Obwohl es anfangs schwer war sich mit dem nüchternen und direkten Schreibstil anzufreunden, konnte ich das Buch in zwei Tagen durchlesen. Auch grausame Dinge werden ausgesprochen, es geht um psychische und körperliche Folter im weiteren Sinne, Mord und Perversion, was zwar nichts für schwache Nerven ist, aber doch an der Grenze zur Geschmacklosigkeit balanciert, sodass ich es nicht abstoßend genug fand, nicht weiter zu lesen. Ein Thriller enthält eben oft die genannten Elemente, sodass man sich auch bei Cry Baby darauf einstellen muss, ihnen zu begegnen.
Die Protagonistin enthüllt ihren Charakter nach und nach und wir lernen erst nach einigen Seiten ihre frühere selbstzerstörerische Seite kennen, was einen kleinen Aha-Moment hervorruft. Sie ist psychisch und körperlich verwundet von ihrer Kindheit und dem Aufwachsen bei der perfiden Mutter, muss sich für ihren Job als Reporterin aber eben dieser Kindheit wieder stellen.
Die Charaktere insgesamt wirken oftmals geheimnisvoll, haben zwei Gesichter oder man merkt einfach, das etwas mit ihnen nicht stimmt, obwohl man nicht genau den Finger darauf legen kann. Gerade das macht die Geschichte so interessant, dass man flüssig weiterlesen kann.
Wirkliche Kriminalarbeit wird nicht geleistet, der Fokus liegt auf den Problemen der Protagonistin.
Manches ist etwas unrealistisch und das Ende ist teilweise vorhersehbar, zumindest ab einem gewissen Punkt des Buches.
 
Fazit:
Guter Thriller mit kleinen Schwächen.

Samstag, 4. Mai 2019

[Rezension] Up All Night - April Dawson



Inhalt:
Taylor hat den schlechtesten Tag überhaupt: Ihr Kollege bekommt ihren Job, zwei Männer klauen ihr Auto und ihr Freund geht mit einer anderen fremd. Von Männern hat sie also erstmal die Schnauze voll, am liebsten würde sie niemals mehr mit einem zu tun haben. Gerade da trifft sie ihren alten Schulfreund Daniel wieder, der ihr in ihrer Not ein WG-Zimmer in seiner Wohnung anbietet. Taylor ist skeptisch, doch als er ihr versichert, dass er sich für Männer interessiert, geht sie davon aus, dass er ihr nicht auch noch das Herz brechen kann. Und doch ist da mehr als nur Freundschaft.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch musste ich vor der Rezension wirklich nachdenken, was ich schreibe, da es viele kleine Baustellen gab, die mich störten, das Buch insgesamt aber nicht schlecht ist.
Zuerst einmal die Charaktere: Daniel ist ein absolut süßer Protagonist, den man permanent drücken möchte. Ich lese viele New-Adult- und Liebesromane und er entspricht nicht dem üblichen Klischee des gutaussehenden Typen, der etwas arrogant oder zumindest selbstsicher ist. Diese sind zwar oft nicht unsympathisch aber es ist doch selten, dass sie so freundlich, bodenständig und liebevoll sind wie der Protagonist hier. Ihn kann man also nur liebgewinnen. Bei Taylor bin ich zwiegespalten, einerseits ist sie naiv, andererseits versucht sie stark zu sein, sieht aber einfach nicht, was so klar ist wie ein Zaunpfahl, der einem direkt ins Gesicht geschlagen wird.
Die Nebencharaktere sind so sympathisch, dass man mehr über sie erfahren möchte. Es handelt sich dabei um die zwei weiteren Mitbewohnerinnen in der WG, die verschiedene Persönlichkeitsmerkmale haben und auch nicht dem Klischee entsprechen wollen. Somit bereiten sie den Leser gut auf weitere Teile vor.
Allerdings gibt es "Unebenheiten" im Schreibstil, die mir immer mehr aufgefallen sind. Es gibt kleine Fehler, Wortwiederholungen und zeilenlange Sätze, die man besser aufgeteilt hätte, weil sie so den Lesefluss stören.
Zusätzlich gab es für mich ein paar Längen in der Geschichte, da eigentlich nicht viel passiert ist. Personen und Situationen, die Potenzial für Konflikte oder interessante Gespräche geboten hätten wurden öfter nicht genutzt. 
Und trotz der ganzen Kritikpunkte, habe ich das Buch auch gerne gelesen und wurde unterhalten.
 
Fazit:
Es fehlt das gewisse Etwas, für Zwischendurch ist das Buch aber durchaus gut.